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Weinlagerung: So lagerst du Wein richtig

Kühl, dunkel, ruhig und ohne starke Gerüche: So fühlt sich Wein am wohlsten. Hier erfährst du, welche Temperatur ideal ist, wann die Flasche liegen muss und welcher Platz in der Wohnung sich eignet.

Brano
Gründer von TIME2TASTE
Veröffentlicht am 18.05.2024 · Aktualisiert am 29.09.2026
Weinlagerung: Verschiedene Weinflaschen in einem Regal, optimal aufbewahrt für Haltbarkeit und Reifepotenzial.

Wein lagerst du am besten bei 10 bis 12 °C, dunkel, ruhig und ohne starke Gerüche in der Nähe. Flaschen mit Naturkorken, die länger liegen sollen, gehören waagerecht ins Regal. Weine mit Schraubverschluss dürfen stehen. Dauerhaft über 20 °C altert ein Wein deutlich schneller, als ihm guttut.

Die richtige Temperatur

Das Deutsche Weininstitut nennt 10 bis 12 °C als ideale Durchschnittstemperatur für die Weinlagerung. In diesem Bereich entwickelt sich ein Wein langsam und gleichmäßig.

Wärme beschleunigt alle Vorgänge in der Flasche. Ein Wein, der ständig bei Zimmertemperatur steht, reift schneller und erreicht seinen Höhepunkt früher, baut danach aber auch früher ab. Dauerhaft über 20 °C ist für die Lagerung ungeeignet.

Fast genauso wichtig wie die Temperatur selbst ist, dass sie gleich bleibt. Starke Schwankungen zwischen Tag und Nacht oder Sommer und Winter lassen den Wein in der Flasche arbeiten. Ein Platz, der das ganze Jahr über 14 °C hat, ist deshalb besser als einer, der zwischen 8 und 22 °C pendelt.

Dunkel lagern

Licht schadet Wein, vor allem direktes Sonnenlicht und helles Kunstlicht. Die Energie des Lichts setzt in der Flasche chemische Reaktionen in Gang. Bei Weißwein, Sekt und Champagner entsteht dabei der sogenannte Lichtgeschmack, ein Fehlton, der an gekochten Kohl oder Kartoffeln erinnert.

Besonders empfindlich sind Weine in hellen oder klaren Flaschen, wie sie für Rosé und manche Weißweine üblich sind. Dunkles Glas schützt besser, aber auch hier gilt: Ein Karton, ein geschlossener Schrank oder ein fensterloser Raum ist die sicherste Wahl.

Liegend oder stehend?

Das hängt vom Verschluss und von der geplanten Lagerzeit ab:

Verschluss Lagerung
Naturkorken, lange Lagerung liegend
Naturkorken, Trinken in 1 bis 2 Jahren liegend oder stehend
Schraubverschluss stehend möglich
Kunststoffkorken, Glasstopfen stehend möglich

Der Grund für das Liegen: Ein Naturkorken, der Kontakt zum Wein hat, bleibt feucht und elastisch. Steht die Flasche jahrelang, kann der Korken austrocknen, schrumpfen und Luft durchlassen. Für einen Wein, den du in den nächsten ein bis zwei Jahren trinkst, spielt das nach Angaben des Deutschen Weininstituts noch keine Rolle.

Schraubverschlüsse, Kunststoffkorken und Glasstopfen trocknen nicht aus. Diese Flaschen kannst du bedenkenlos aufrecht lagern. Mehr über die Unterschiede liest du im Beitrag über den Korken und im Lexikon unter Drehverschluss.

Ruhe, Gerüche und Luftfeuchtigkeit

Ruhe. Ein Wein, der reifen soll, braucht einen festen Platz. Häufiges Umräumen bringt ihm nichts. Bei älteren Rotweinen wirbelt jede Bewegung den Bodensatz auf, das sogenannte Depot.

Gerüche. Starke Gerüche in der Umgebung zählt das Deutsche Weininstitut zu den ungeeigneten Lagerbedingungen. Lagere Wein deshalb nicht neben Farben, Lösungsmitteln, Heizöl oder stark riechenden Lebensmitteln.

Luftfeuchtigkeit. Der klassische Weinkeller ist kühl, dunkel und eher feucht. Eine sehr trockene Umgebung macht es Naturkorken schwerer, elastisch zu bleiben. Für Flaschen mit Schraubverschluss ist die Luftfeuchtigkeit ohne Bedeutung.

Der beste Platz in der Wohnung

Nicht jeder hat einen Weinkeller. Diese Plätze eignen sich, von gut bis ungeeignet:

  • Weinklimaschrank: hält Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant und schützt vor Licht. Die beste Lösung, wenn du Weine über Jahre lagern willst.
  • Kühler Keller: ideal, wenn er dunkel ist, im Sommer nicht warm wird und nicht nach Heizöl oder Farbe riecht.
  • Abstellraum oder Schrank an einer Innenwand: für Weine, die du innerhalb von ein bis zwei Jahren trinkst, meist ausreichend.
  • Kühlschrank: für einige Wochen kein Problem. Für die lange Lagerung ist er kälter als nötig und du hast selten Platz, die Flaschen hinzulegen.
  • Küche, Dachboden, neben der Heizung, auf der Fensterbank: ungeeignet. Hier ist es zu warm, zu hell oder die Temperatur schwankt zu stark.

Welche Weine vom Lagern profitieren

Die richtige Lagerung bewahrt einen Wein. Besser machen kann sie ihn nur, wenn er dafür gebaut ist. Die meisten Weine sind für den Genuss in den ersten Jahren gedacht. Das Deutsche Weininstitut nennt diese Richtwerte: Rosé und Weißherbst ein bis zwei Jahre, einfache trockene Weine etwa drei Jahre, hochwertige trockene Weine fünf bis zehn Jahre. Kräftige Rotweine und edelsüße Weine können Jahrzehnte reifen.

Was einen Wein lagerfähig macht, steckt in ihm selbst:

  • Säure: Eine lebendige Säure hält einen Wein frisch und stabil.
  • Gerbstoff: Tannin aus Schalen, Kernen und Holz schützt vor dem Sauerstoff. Deshalb halten kräftige Rotweine besonders lange.
  • Zucker: Viel Restsüße konserviert. Edelsüße Weine gehören zu den langlebigsten überhaupt.
  • Extrakt: Ein dichter, konzentrierter Wein hat mehr Substanz, die sich über die Jahre entwickeln kann.
  • Schwefel: Die schweflige Säure bindet Sauerstoff und hemmt Mikroorganismen. Sie schützt den Wein vor Oxidation.

Auch der Ausbau spielt mit: Weine, die im Holzfass gereift sind, nehmen zusätzlichen Gerbstoff auf und sind oft auf eine längere Entwicklung angelegt. Woran du erkennst, dass ein Wein auf dem Höhepunkt ist, liest du im Beitrag über die Trinkreife.

Weine, die ein paar Jahre Keller vertragen

Lagern ist nicht Servieren

Die Lagertemperatur ist nicht die Temperatur, bei der du den Wein trinkst. Ein Rotwein aus dem 11 °C kühlen Keller braucht noch etwas Zeit im Raum, ein Weißwein kann oft direkt ins Glas. Welcher Wein wie warm schmeckt, steht im Beitrag über die perfekte Trinktemperatur. Und wenn die Flasche einmal offen ist, gelten andere Regeln: So lange hält sich offener Wein.

Häufige Fragen zur Weinlagerung

Die Antworten auf die Fragen, die uns zum Lagern von Wein am häufigsten erreichen.

Ideal sind 10 bis 12 °C, und zwar möglichst gleichbleibend. Dauerhaft über 20 °C altert ein Wein zu schnell.

Nur Flaschen mit Naturkorken, die länger als ein bis zwei Jahre liegen sollen. So bleibt der Korken feucht und dicht. Weine mit Schraubverschluss, Kunststoffkorken oder Glasstopfen dürfen stehen.

Für einige Wochen ja. Für die Lagerung über Monate und Jahre ist ein Weinklimaschrank oder ein kühler, dunkler Keller besser, weil dort die Temperatur passt und die Flaschen liegen können.

Das hängt vom Wein ab. Rosé etwa ein bis zwei Jahre, einfache trockene Weine etwa drei Jahre, hochwertige trockene Weine fünf bis zehn Jahre. Kräftige Rotweine und edelsüße Weine können Jahrzehnte reifen.

Für ein paar Wochen nicht. Auf Dauer reift er bei 20 °C und mehr aber deutlich schneller und verliert früher seine Frische.

Gelagerte Weine im Glas vergleichen

Wie sich ein Wein mit den Jahren verändert, schmeckst du am besten im direkten Vergleich. Genau das machen wir in unseren Tastings.