Rum wird aus Zuckerrohr gebrannt – meist aus Melasse, dem dunklen Nebenprodukt der Zuckerherstellung, seltener aus frischem Zuckerrohrsaft. Wie er schmeckt, entscheiden Rohstoff, Gärung, Brennblase, Fass und Herkunft. Hier erfährst du, woher Rum kommt, welche drei großen Stile es gibt und wie du deinen Lieblingsrum findest.
Rum auf einen Blick
- Rohstoff
- meist Melasse; frischer Zuckerrohrsaft beim Rhum agricole; Zuckerrohrhonig zum Beispiel in Guatemala
- Wiege
- Barbados – dort wird seit rund 370 Jahren Rum gebrannt
- Große Stile
- spanischer Ron, englischer Melasse- und Pot-Still-Rum, französischer Rhum agricole
- Geschützte Herkunft
- AOC Martinique (seit 1996), GI zum Beispiel für Guatemala und Venezuela
- Geschmack
- von leicht und mild über tropisch-fruchtig bis grasig-floral und kräftig-würzig
- Mehr Länder
- 23 Rum-Nationen in unserer Rum-Welt
Woher kommt Rum?
Die Geschichte des Rums beginnt auf den Zuckerrohrplantagen der Karibik. Barbados gilt als Wiege: Dort wird seit rund 370 Jahren Rum gebrannt, und die älteste erhaltene Urkunde der Destillerie Mount Gay stammt von 1703. Heute entsteht Rum in der ganzen Karibik, in Mittel- und Südamerika, am Indischen Ozean, in Asien und sogar in Europa. In unserer Rum-Welt findest du 23 Länder mit eigenem Porträt.
Die drei großen Rum-Stile
Am leichtesten verstehst du Rum über die Kolonialgeschichte der Inseln. Sie hat drei Stile hervorgebracht:
- Spanischer Stil (Ron): meist aus Melasse, überwiegend in Kolonnen destilliert, leicht und mild mit feiner Süße. Typisch für Kuba, die Dominikanische Republik, Venezuela und Guatemala, wo Zacapa im Solera-Verfahren reift.
- Englischer Stil: aus Melasse, oft in der Pot Still gebrannt, kräftiger und aromatischer. Jamaika ist berühmt für lange Gärungen und hohe Estergehalte – das bringt Noten von reifer Banane und tropischer Frucht, den sogenannten „Funk“. Barbados verbindet Pot- und Column-Rum zu ausgewogenen Blends.
- Französischer Stil (Rhum agricole): aus frischem Zuckerrohrsaft gebrannt, trockener, grasig, floral und vegetal. Martinique hat dafür seit 1996 eine eigene AOC, auch Guadeloupe arbeitet so.
Ein Sonderfall ist Brasilien: Die Cachaça wird ebenfalls aus frischem Zuckerrohrsaft gebrannt.
Drei Stile im Glas
Was den Geschmack von Rum prägt
- Rohstoff: Melasse bringt Karamell und Süße, frischer Saft grasige und florale Noten.
- Gärung: Die meisten karibischen Rums gären rund einen Tag. Einige jamaikanische Brennereien lassen zwei bis drei Wochen gären – so entstehen die fruchtigen Ester.
- Destillation: Die Pot Still lässt mehr Aromastoffe durch und ergibt schwerere Rums, die Kolonne leichtere.
- Fass und Reife: Eichenfässer geben Farbe, Vanille, Karamell und Würze. Viele Rums reifen in ehemaligen Bourbon-, Sherry- oder Portweinfässern.
- Blending: Der Master Blender mischt Rums unterschiedlicher Herkunft und Reife zu einem gleichbleibenden Stil.
Wie schmeckt Rum? Die wichtigsten Aromen
- Süß: Vanille, Karamell, Toffee, Honig
- Fruchtig: Banane, Ananas, Orange, Trockenfrüchte
- Grasig und floral: frisch geschnittenes Zuckerrohr, Kräuter, Blüten – vor allem beim Rhum agricole
- Würzig: Nelke, Muskat, Pfeffer, Ingwer
- Holzig: Eiche, Leder, Tabak nach langer Fassreife
Tipp: Probier Rums aus verschiedenen Stilen nebeneinander. Erst im direkten Vergleich merkst du, ob du eher mild-süß, fruchtig-funky oder trocken-grasig magst.
Wie trinkt man Rum?
- Pur: bei Zimmertemperatur in einem Tumbler oder Nosing-Glas. Ein paar Tropfen Wasser öffnen die Aromen.
- On the rocks: Eis mildert den Alkohol und macht kräftige Rums zugänglicher.
- Im Cocktail: Daiquiri, Mojito, Mai Tai – auf Martinique trinkt man Rhum agricole klassisch als Ti' Punch mit Limette und Rohrzucker.
- Mit Cola oder Ginger Beer: der einfache Longdrink für junge, weiße Rums.
Genieße Rum in Maßen.
Zum Durchprobieren
Häufige Fragen zu Rum
Rum entsteht aus Zuckerrohr. Der meiste Rum wird aus Melasse gebrannt, dem Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Rhum agricole und Cachaça werden aus frischem Zuckerrohrsaft gebrannt.
Je nach Stil sehr unterschiedlich: spanischer Ron leicht und mild-süß, englischer Rum kräftig mit tropischer Frucht, Rhum agricole trocken, grasig und floral. Fassreife bringt Vanille, Karamell und Würze.
Rhum agricole wird aus frischem Zuckerrohrsaft statt aus Melasse gebrannt. Er schmeckt trockener und grasiger. Auf Martinique ist er seit 1996 durch eine AOC geschützt.
Meist ein milder Ron im spanischen Stil, etwa aus der Dominikanischen Republik oder Guatemala. Noch besser ist ein Tasting-Set mit mehreren Stilen – so findest du deinen Geschmack direkt heraus.
Gereiften Rum pur bei Zimmertemperatur, gern mit ein paar Tropfen Wasser. Weiße und junge Rums passen in Cocktails und Longdrinks.
Den einen besten Rum gibt es nicht. Jamaika, Barbados, Martinique oder Guatemala stehen für ganz verschiedene Stile – entscheidend ist, welcher dir schmeckt.
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