Offener Wein hält im Kühlschrank meist drei bis sieben Tage, wenn du die Flasche wieder gut verschließt. Leichte Weißweine und Rosé halten am längsten, kräftige Weißweine und Rotweine etwas kürzer, Sekt mit einem Sektverschluss ein bis drei Tage. Portwein, Sherry und Madeira sind die Ausnahme: Sie halten geöffnet mehrere Wochen.
So lange hält welcher Wein
Diese Richtwerte gelten für eine wieder verschlossene Flasche:
| Wein | Haltbar nach dem Öffnen | Aufbewahrung |
|---|---|---|
| Sekt, Champagner, Prosecco | 1 bis 3 Tage | Kühlschrank, Sektverschluss |
| leichter Weißwein, Rosé | 5 bis 7 Tage | Kühlschrank |
| süßer Weißwein | 5 bis 7 Tage | Kühlschrank |
| kräftiger Weißwein | 3 bis 5 Tage | Kühlschrank |
| Rotwein | 3 bis 5 Tage | kühl und dunkel, gern im Kühlschrank |
| Portwein, Oloroso, Cream Sherry | etwa 4 Wochen und länger | kühl und dunkel |
| Fino und Manzanilla Sherry | wenige Tage bis eine Woche | Kühlschrank |
| Madeira | viele Wochen | kühl und dunkel |
| Wein aus dem Bag-in-Box | 2 bis 3 Wochen | Kühlschrank |
Die Werte sind Richtwerte. Ein Wein kippt nicht über Nacht, er verliert nach und nach an Frische und Frucht. Ob er dir am vierten Tag noch schmeckt, entscheidest du am besten selbst im Glas.
Warum offener Wein nachlässt
Sobald die Flasche offen ist, kommt Sauerstoff an den Wein. Zwei Dinge passieren dann:
- Oxidation: Der Sauerstoff verändert Farb- und Aromastoffe. Die frische Frucht verblasst, der Wein schmeckt flach und nimmt Noten von Nüssen oder angedrücktem Apfel an. Mehr dazu im Lexikon unter Oxidation.
- Essigbildung: Essigsäurebakterien brauchen Sauerstoff und verwandeln Alkohol in Essigsäure. Riecht ein Wein stechend nach Essig, ist er zum Trinken vorbei.
Beide Vorgänge laufen bei Wärme schneller und bei Kälte langsamer. Das ist der wichtigste Grund, warum offener Wein in den Kühlschrank gehört, auch der Rotwein.
Warum manche Weine länger halten
Gerbstoff und Säure. Rotweine mit viel Tannin und Weine mit kräftiger Säure sind widerstandsfähiger gegen den Sauerstoff. Ein junger, kräftiger Rotwein kann am zweiten Tag sogar runder schmecken als direkt nach dem Öffnen.
Alkohol und Zucker. Portwein, Madeira und viele Sherrys sind mit Weinbrand verstärkt. Der höhere Alkohol und bei süßen Stilen der Zucker schützen den Wein. Oloroso, Tawny Port und Madeira sind zudem schon bei der Herstellung mit Sauerstoff in Berührung gekommen, der Luftkontakt nach dem Öffnen kann ihnen deshalb wenig anhaben. Mehr über diese Weine liest du im Beitrag über aufgespritete Weine.
Die Ausnahme Fino. Fino und Manzanilla reifen unter einer Hefeschicht, geschützt vor Luft. Geöffnet sind sie empfindlich wie ein Weißwein und gehören in den Kühlschrank.
Gereifte Weine. Alte Rot- und Weißweine mit vielen Jahren Flaschenreife verlieren ihre feinen Aromen an der Luft schnell. Sie trinkst du am besten am selben Abend aus.
So hält offener Wein länger
- Sofort wieder verschließen: mit dem Schraubverschluss, dem eigenen Korken oder einem Weinverschluss. Je kürzer die Flasche offen steht, desto besser.
- Ab in den Kühlschrank: Das gilt für Weiß, Rosé und Rot. Rotwein holst du eine halbe Stunde vor dem Trinken heraus, dann hat er wieder eine angenehme Temperatur.
- In eine kleinere Flasche umfüllen: Je weniger Luft über dem Wein steht, desto langsamer oxidiert er. Eine saubere kleine Flasche mit Schraubverschluss reicht.
- Vakuumpumpe: Sie saugt einen Teil der Luft aus der Flasche und verlangsamt die Oxidation.
- Schutzgas: Argon aus der Sprühdose ist schwerer als Luft und legt sich als Schicht auf den Wein. Es reagiert nicht mit ihm und hält den Sauerstoff fern.
- Dunkel stellen: Licht setzt dem Wein zusätzlich zu. Eine Flasche, die offen auf der Fensterbank steht, altert schneller.
Offener Sekt: Was wirklich hilft
Bei Schaumwein kommt zur Oxidation der Verlust der Kohlensäure hinzu. Am besten hilft ein Sektverschluss, der die Flasche dicht abschließt, zusammen mit der Kälte des Kühlschranks, denn kalter Wein hält die Kohlensäure besser.
Der Silberlöffel im Flaschenhals hilft dagegen nicht. Das hat schon 1994 eine Untersuchung aus der Champagne gezeigt: Offene Flaschen und Flaschen mit Löffel verloren gleich viel Druck, etwa die Hälfte, dicht verschlossene nur rund ein Zehntel. Auch im Geschmack lagen die dicht verschlossenen Flaschen klar vorn.
Wie du eine Flasche Schaumwein sicher öffnest, erklärt der Beitrag Weinflasche öffnen.
Weine, die geöffnet Wochen halten
Ist der Wein noch gut?
Dein Glas verrät es dir. Diese Zeichen sprechen dafür, dass der Wein seinen besten Moment hinter sich hat:
- Der Duft ist stechend und erinnert an Essig oder Nagellackentferner.
- Die Frucht fehlt, der Wein riecht nach Nüssen, angedrücktem Apfel oder Sherry, obwohl er kein Sherry ist.
- Die Farbe zieht ins Bräunliche, bei Weißwein ins Orange.
- Bei Sekt ist die Kohlensäure fast verschwunden.
Ein muffiger Geruch nach nassem Karton hat dagegen nichts mit dem Öffnen zu tun. Das ist ein Korkschmecker, und den hatte der Wein schon beim ersten Glas.
Reste sinnvoll nutzen
Ein Wein, der nicht mehr frisch genug fürs Glas ist, taugt oft noch für die Küche. Rotwein gibt Schmorgerichten und Soßen Tiefe, Weißwein passt in Risotto und helle Soßen. Wenn du Reste nicht gleich brauchst, frier sie portionsweise in einer Eiswürfelform ein. Ein Wein, der nach Essig riecht, gehört allerdings auch nicht mehr in den Topf.
Und wenn die Flasche noch gar nicht offen ist: Wie du ungeöffneten Wein richtig aufbewahrst, liest du im Beitrag über die Weinlagerung.
Häufige Fragen zu offenem Wein
Die Antworten auf die Fragen, die uns zu geöffneten Flaschen am häufigsten erreichen.
Etwa drei bis fünf Tage, wenn du die Flasche wieder verschließt und kühl und dunkel aufbewahrst. Am besten im Kühlschrank, eine halbe Stunde vor dem Trinken holst du ihn heraus.
Leichte Weißweine und Rosé etwa fünf bis sieben Tage, kräftige Weißweine etwa drei bis fünf Tage. Wichtig ist, dass die Flasche gut verschlossen ist.
Mit einem dichten Sektverschluss im Kühlschrank etwa ein bis drei Tage. Ein Löffel im Flaschenhals hält die Kohlensäure nicht.
Es ist die beste Wahl. Kälte bremst Oxidation und Essigbildung. Damit der Rotwein nicht zu kalt ins Glas kommt, nimmst du ihn eine halbe Stunde vorher heraus.
Portwein hält geöffnet etwa vier Wochen, gut verschlossen und kühl aufbewahrt oft länger. Madeira ist noch unempfindlicher und hält viele Wochen.
Viele Weine probieren, keine Reste
Bei unseren Tastings öffnen wir die Flaschen für dich und du probierst mehrere Weine an einem Abend, ohne dass zu Hause angebrochene Flaschen warten.




