Wie oft ein Whisky gebrannt wird, prägt seinen Stil. Schottland destilliert meist zweifach (Ergebnis ~65-70 %), Irland traditionell oft dreifach (~80 %, leichter). Mehr Durchgänge machen den Brand reiner und leichter — aber nicht automatisch besser.
Jeder zusätzliche Brenndurchgang macht das Destillat reiner, stärker und leichter, weil mit jedem Mal mehr schwere Bestandteile zurückbleiben. In Schottland ist die Zweifachdestillation die Norm: Wash Still, dann Spirit Still, fertig ist ein Brand mit rund 65 bis 70 Prozent und kräftigem Charakter. Irland dagegen pflegt traditionell die Dreifachdestillation, die ein leichteres, samtigeres Destillat mit etwa 80 Prozent hervorbringt — das ist ein Grund für den Ruf irischer Whiskeys als besonders mild. Hier lohnt aber eine Richtigstellung gegen ein hartnäckiges Vorurteil: Dreifach gebrannt heißt nicht automatisch „glatter" oder „besser". Der schottische Mortlach etwa destilliert 2,81-fach und ist trotzdem einer der schwersten, fleischigsten Whiskys überhaupt. Wie ein Brand am Ende schmeckt, hängt von vielen Faktoren ab — Brennblasenform, Schnittpunkte, Gärung — nicht allein von der Zahl der Durchgänge. Manche Brennereien gehen sogar Zwischenwege: Springbank brennt „2,5-fach", indem es nur einen Teil erneut destilliert. Die Zahl der Destillationen ist also eine wichtige Stellschraube des Stils, aber kein Qualitätssiegel.