Crémant kommt aus derselben Flasche wie Champagner — zweite Gärung, Hefelager, Rütteln. Nur nicht aus der Champagne, und meist zum halben Preis. Acht französische Gebiete dürfen den Namen führen, und jedes schmeckt anders.
Crémant auf einen Blick
Crémant ist französischer Schaumwein aus zweiter Flaschengärung. Der Name ist geschützt: Nur acht Appellationen in Frankreich dürfen ihn führen, dazu Luxemburg, die belgische Wallonie und seit 2009 auch Deutschland.
- Herstellung: zweite Gärung in der Flasche, wie beim Champagner
- Hefelager: mindestens neun Monate
- Lese: von Hand, ganze Trauben
- Ausbeute: höchstens 100 Liter Most aus 150 Kilogramm Trauben
- Preis: meist zwischen 10 und 20 Euro
Die acht Gebiete
Jede Appellation hat ihre eigenen Rebsorten — daher schmeckt Crémant je nach Herkunft sehr verschieden.
- Crémant d'Alsace: das größte Gebiet, meist Pinot Blanc und Auxerrois, schlank und klar
- Crémant de Bourgogne: Chardonnay und Pinot Noir, dieselben Sorten wie in der Champagne
- Crémant de Loire: Chenin Blanc, apfelfrisch und langlebig
- Crémant de Limoux: im Languedoc, mit Mauzac eine eigene Sorte
- Crémant de Die: im Rhônetal, Clairette und Muskateller
- Crémant du Jura: Chardonnay und Savagnin, oft nussig
- Crémant de Bordeaux: Sémillon und Sauvignon Blanc
- Crémant de Savoie: die jüngste Appellation, Jacquère aus den Alpen
Was du dagegen nicht findest: Crémant de Champagne. Den Begriff gab es früher, er wurde in der Champagne aber aufgegeben.
Was im Lastenheft steht
Crémant ist kein Marketingwort, sondern eine geschützte Bezeichnung mit festen Regeln. Vier davon entscheiden über die Qualität im Glas.
Handlese. Die Trauben müssen von Hand geerntet werden. Beim Pressen ganzer Trauben zählt jedes beschädigte Beeren-Ende, weil sonst Gerbstoff und Farbe in den Most gehen.
Ganze Trauben, wenig Most. Aus 150 Kilogramm Trauben dürfen höchstens 100 Liter Most werden — also gut zwei Drittel. Der Rest bleibt im Trester. Diese Grenze sorgt dafür, dass nur der erste, feinste Saft in die Flasche kommt.
Neun Monate auf der Hefe. Nach der zweiten Gärung bleibt der Wein mindestens neun Monate auf dem Hefesatz liegen. Daher kommen die Noten von Brioche und Gebäck.
Geschmacksprüfung. Jeder Crémant muss eine sensorische Prüfung bestehen, bevor er den Namen tragen darf.
Crémant und Champagner — wo der Unterschied liegt
Das Verfahren ist dasselbe. Es heißt méthode traditionnelle: Grundwein in die Flasche, Hefe und Zucker dazu (die Tirage), zweite Gärung, Rütteln, Degorgieren. Der Begriff „méthode champenoise" ist seit 1994 allein der Champagne vorbehalten; alle anderen nennen es méthode traditionnelle. Gemacht wird überall dasselbe.
Die Unterschiede liegen woanders:
- Herkunft: Champagner nur aus der Champagne, Crémant aus acht anderen Gebieten
- Hefelager: mindestens neun Monate gegen mindestens fünfzehn Monate beim Champagner ohne Jahrgang
- Rebsorten: in der Champagne drei Hauptsorten, beim Crémant je nach Gebiet ganz andere
- Preis: Crémant liegt meist bei einem Drittel bis der Hälfte
Wer Champagner mag und den Preis nicht, findet im Crémant de Bourgogne den nächsten Verwandten — gleiche Rebsorten, gleiches Verfahren, andere Postleitzahl.
Wonach Crémant schmeckt
Das hängt vom Gebiet ab. Ein Elsässer wirkt schlank und zitrisch, ein Burgunder cremiger und breiter, ein Loire-Crémant aus Chenin apfelfrisch mit Quittennote, ein Jura-Crémant nussig.
Gemeinsam ist ihnen die feine Perlage aus der Flaschengärung — kleine Bläschen, die lange aufsteigen. Wer den Unterschied zum tankvergorenen Sekt schmecken will, stellt beide nebeneinander. Das ist der schnellste Weg, den eigenen Geschmack kennenzulernen.
Crémant, Cava und Champagner im Vergleich
Häufige Fragen zu Crémant
Das Verfahren ist dasselbe: zweite Gärung in der Flasche. Der Unterschied ist die Herkunft. Champagner kommt aus der Champagne, Crémant aus acht anderen französischen Gebieten — und aus Luxemburg, der Wallonie und Deutschland.
Mindestens neun Monate. Beim Champagner ohne Jahrgang sind es mindestens fünfzehn. Das Hefelager bringt die Noten von Brioche und Gebäck.
Nicht wegen der Machart — die ist dieselbe. Es liegt an den Traubenpreisen, am Boden und am Namen. In der Champagne kostet der Hektar ein Vielfaches.
Das hängt vom Gebiet ab. Im Burgund Chardonnay und Pinot Noir, im Elsass Pinot Blanc und Auxerrois, an der Loire Chenin Blanc, in Limoux Mauzac, in Savoyen Jacquère.
An der Perlage: feine Bläschen, die lange aufsteigen. Und am Abgang — bleibt der Eindruck, war genug Zeit auf der Hefe. Das Degorgierdatum auf dem Rücketikett sagt mehr als der Jahrgang.
Schaumwein zum Probieren
Crémant, Cava und Champagner nebeneinander — daran lernt man mehr als an jeder Beschreibung. Bei unseren Tastings stehen sie im direkten Vergleich.




