Eszencia ist die seltenste und süßeste Form des Tokajers: der Saft, der allein durch das Eigengewicht der edelfaulen aszú-Beeren austritt. Mit über 450 Gramm Zucker je Liter und nur 5–8 % Alkohol ist sie fast ein Sirup.
Eszencia ist ein Extrem. Wenn die frisch gelesenen aszú-Beeren im Bottich aufeinanderliegen, presst ihr eigenes Gewicht einen dickflüssigen Saft heraus — ohne jede Kelter. Dieser Most ist so zuckerreich (mindestens 450, oft 500 bis über 900 Gramm je Liter), dass die Hefe kaum arbeiten kann: Eine Eszencia gärt jahrelang, manchmal jahrzehntelang, und erreicht am Ende nur 5 bis 8 Prozent Alkohol. Das Ergebnis ist weniger Wein als Elixier — zähflüssig, unfassbar konzentriert, mit Aromen von Dörrfrucht, Honig und Gewürz, dazu eine Säure, die das Ganze trägt. Historisch schrieb man der Eszencia sogar heilende Kräfte zu. Sie ist eine der raren Kostbarkeiten der Weinwelt und wird oft nur tropfenweise, aus dem Löffel, genossen.