Retronasal bezeichnet das Riechen über den Rachenraum: Beim Schlucken oder Ausatmen steigen Aromastoffe aus dem Mund nach hinten zur Riechschleimhaut in der Nase auf. Was man für Geschmack hält, ist zum großen Teil dieses retronasale Riechen. Es ergänzt das orthonasale Riechen direkt über die Nasenlöcher.
Riechen funktioniert auf zwei Wegen. Orthonasal nimmt man Düfte direkt über die Nasenlöcher wahr, etwa wenn man am Glas schnuppert. Retronasal gelangen die Aromastoffe dagegen von hinten zur Nase – aus dem Mund über den Rachenraum.
Beim Trinken oder Kauen lösen sich flüchtige Aromen und steigen beim Schlucken und Ausatmen nach oben zur Riechschleimhaut. Das Gehirn verknüpft diese Geruchseindrücke mit dem, was die Zunge schmeckt, zu einem Gesamtbild. Deshalb wird das retronasale Riechen meist fälschlich dem Geschmack zugeschrieben.
Tatsächlich sind die meisten Sinneseindrücke beim Genuss Geruch, nicht Geschmack. Das merkt man bei einer verstopften Nase: Wein wirkt dann flach und aromenarm. Der lange Nachhall nach dem Schlucken, der Abgang, beruht ebenfalls stark auf der retronasalen Wahrnehmung.
Siehe auch: Aroma, Bukett.