„Spirituose auf Rumbasis" ist die rechtliche Bezeichnung für rumähnliche Erzeugnisse, die nicht die EU-Vorgaben für echten Rum erfüllen — etwa weil sie aromatisiert sind oder mehr als 20 Gramm Zucker je Liter enthalten. Auch viele Spiced Rums fallen seit der EU-Verordnung 2019/787 in diese Kategorie.
Seit die EU-Spirituosenverordnung 2019/787 den Begriff Rum enger fasst, gibt es eine klare Trennlinie. Echter Rum darf nicht aromatisiert werden und höchstens 20 Gramm Zucker je Liter enthalten. Alles, was darüber hinausgeht — zugesetzte Aromen, Gewürze oder mehr Zucker —, darf sich nicht mehr Rum nennen, sondern nur noch „Spirituose auf Rumbasis". Betroffen sind vor allem zwei Gruppen. Erstens die Spiced Rums: Sobald Gewürze oder Aromen zugesetzt werden, greift die Bezeichnung „Spiced Spirituose auf Rum-Basis", die den internationalen Begriff Spiced Rum in der EU ablöst. Zweitens stark gesüßte Rums, deren Zuckergehalt über der Grenze liegt — ein bekanntes Beispiel ist Stroh, der schon wegen seiner Aromatisierung rechtlich kein Rum ist. Für dich als Genießer ist das ein nützliches Etiketten-Signal: Steht „Spirituose auf Rumbasis" auf der Flasche, wurde nachgeholfen — sei es mit Zucker oder mit Aroma. Das ist kein Qualitätsurteil, aber ein ehrlicher Hinweis darauf, dass kein puristisches Rum-Erlebnis vor dir steht. Wer das Gegenteil sucht, achtet auf den Zusatz traditionnel, der einen ungesüßten Rum kennzeichnet.