Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf sind die drei Phasen, in die der Brennmeister den zweiten Brand aufteilt. Nur der Mittellauf, das Herz, wird zu Whisky. Der Vorlauf enthält unerwünschte, teils giftige Stoffe, der Nachlauf ölige, schwere Noten. Beide werden abgetrennt und meist erneut gebrannt.
Beim zweiten Brand läuft der Alkohol nicht gleichmäßig aus der Brennblase, sondern verändert sich ständig. Der Brennmeister teilt den Lauf deshalb in drei Abschnitte und entscheidet per Schnitt, welcher Teil ins Fass darf.
Zuerst kommt der Vorlauf (englisch Foreshots oder Heads): scharf, lösungsmittelartig und mit unerwünschten Stoffen wie Methanol. Dann folgt der Mittellauf oder das Herz (Heart), der saubere, aromatische Kern, und nur er wird zu Whisky. Zuletzt der Nachlauf (Feints oder Tails): ölig, schwer und muffig.
Wo genau die Schnitte sitzen, ist eine zentrale Stilentscheidung jeder Brennerei: Ein enger Schnitt gibt einen leichten, sauberen Whisky, ein weiter Schnitt einen kräftigeren, öligeren. Vor- und Nachlauf werden nicht weggeschüttet, sondern meist dem nächsten Brand beigegeben.