Zehn Jahre im Fass sind beim Portwein keine Zahl auf dem Etikett, sondern ein Versprechen: Der Zehnjährige von Gran Cruz hat die Frucht hinter sich gelassen und dafür Walnuss, Dörrpflaume und Karamell gewonnen.
Was die Altersangabe bedeutet
„10 Jahre" heißt beim Tawny Port nicht, dass der Wein aus einem Jahrgang von vor zehn Jahren stammt. Die Angabe nennt das Durchschnittsalter der verschnittenen Weine — jüngere und deutlich ältere Fässer werden so zusammengestellt, dass das Ergebnis Jahr für Jahr gleich schmeckt.
Das ist der Unterschied zu einem Jahrgangsport, und es ist der Grund, warum ein Zehnjähriger verlässlich ist: Die Flasche von heute schmeckt wie die von vor drei Jahren.
Die Trauben stammen von den Steilhängen des Douro, überwiegend Touriga Nacional, Tinta Roriz und Touriga Franca. Gereift wird nicht im Weinberg, sondern in den tiefen Kellern von Vila Nova de Gaia am Fluss — dort ist es kühl und gleichmäßig, und genau das braucht ein Wein, der ein Jahrzehnt im Eichenfass verbringt.
Warum das Fass die Farbe nimmt
Durch das Holz erreicht den Wein langsam Sauerstoff. Diese kontrollierte Oxidation ist der ganze Trick: Aus Rubinrot wird Bernstein, aus frischer Kirsche werden Feige, Dörrpflaume und Aprikose, dazu Walnuss und Karamell.
Wie bei jedem Portwein wird die Gärung durch Zugabe von Weinbrand gestoppt, solange noch Zucker im Most ist. Der bleibt im Wein — daher die Süße, daher die 19 Prozent Alkohol.
Ein gekaufter Zehnjähriger wird durch Lagern kein Zwanzigjähriger. Seine Reife ist beim Abfüllen abgeschlossen; in der Flasche entwickelt er sich kaum weiter.
Was im Glas steht
- Farbe
- bernsteinfarben bis mahagoni
- Nase
- Walnuss, Dörrpflaume, Karamell
- Gaumen
- samtig, getrocknete Früchte, Gewürz und ein Hauch Vanille
- Abgang
- sehr lang, mit feinen Tanninen
- Restzucker
- 100,9 g/l — nach der Skala der Ursprungsbezeichnung Porto süß
- Säure
- 4,2 g/l
- Alkohol
- 19 % vol
Die 100,9 Gramm Restzucker klingen nach viel, und beim stillen Wein wären sie es auch — dort beginnt „trocken" bei 4 Gramm. Beim Portwein regelt die Ursprungsbezeichnung Porto eine eigene Skala, auf der „süß" bei 85 Gramm anfängt. Die Säure trägt die Süße, deshalb wirkt der Wein nicht schwer.
Wann er auf den Tisch kommt
- Serviertemperatur
- 14 bis 16 °C
- Dekantieren
- nicht nötig — gefiltert abgefüllt, kein Depot
- Nach dem Öffnen
- mehrere Wochen haltbar
- Lagerung
- kühl, dunkel, liegend
Am Tisch gehört er zum Süßen: Schokoladenkuchen, Nusstorten, Crème brûlée. Beim Käse sucht er die kräftigen — Gorgonzola und andere Blauschimmelkäse —, und mit dunkler Schokolade oder getrockneten Früchten wird aus zwei Dingen eins.
Der Anlass ist offen: als Abschluss eines festlichen Dinners, an einem gemütlichen Abend vor dem Kamin, in geselliger Runde — oder als Geschenk. Wer mehr aus dem Haus probieren will, findet das Sortiment in unserer Gran-Cruz-Auswahl.
DER ZEHNJÄHRIGE VON GRAN CRUZ
Häufige Fragen
Was uns zum Zehnjährigen am häufigsten gefragt wird.
Das Durchschnittsalter der verschnittenen Weine, nicht das Erntejahr. Ein Zehnjähriger ist ein Verschnitt aus jüngeren und älteren Fässern, der so zusammengestellt wird, dass er jedes Jahr gleich schmeckt.
Mehrere Wochen. Durch die Fassreifung hat er über Jahre Sauerstoff gesehen, ein paar Tage an der Luft machen ihm nichts aus. Kühl gelagert und fest verschlossen hält er deutlich länger als ein normaler Rotwein.
Nein. Seine Reife ist mit dem Abfüllen abgeschlossen — in der Flasche erreicht ihn kaum noch Sauerstoff. Ein gekaufter Zehnjähriger wird durch Lagern kein Zwanzigjähriger.
Nein. Er wird vor der Abfüllung gefiltert und setzt kein Depot ab. Dekantieren schadet nicht, bringt aber nichts — anders als beim Vintage Port, der ungefiltert auf die Flasche kommt.
Portwein im Tasting erleben
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