Der Ruby von Niepoort ist Portwein in seiner direktesten Form: drei Jahre im großen Holzfass, dunkle Frucht, kein Umweg. Wer wissen will, wie ein junger Port schmeckt, fängt hier an.
Warum das große Fass die Frucht rettet
Ein Ruby Port soll rot bleiben und nach Frucht schmecken. Dafür reift er in großen, alten Holzfudern — Fässer mit so viel Volumen, dass nur wenig Sauerstoff an den Wein kommt. Beim Niepoort sind es drei Jahre.
Das ist der Gegenentwurf zum Tawny, der in kleinen Fässern liegt und genau die Oxidation sucht, die der Ruby vermeidet. Gleiches Haus, gleiche Region, entgegengesetzte Absicht.
Wie bei jedem Portwein stoppt zugesetzter Weinbrand die Gärung, solange noch Zucker im Most ist. Der bleibt im Wein — 100 Gramm je Liter, dazu 19,5 Prozent Alkohol.
Sieben Rebsorten aus dem Douro
Die Trauben stammen von den Steilhängen des Douro im Norden Portugals: Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinta Cão, Tinta Amarela, Tinta Francisca und Sousão. Sieben Sorten in einem Wein — jede bringt etwas mit, keine dominiert.
Das Haus dahinter führt seine Weine seit 1842 in Familienhand; das ganze Sortiment steht in unserer Niepoort-Auswahl.
Was im Glas steht
- Farbe
- tiefes Rot
- Nase
- Kirsche, Brombeere, Dörrpflaume, Leder, eine mineralische Note
- Gaumen
- vollmundig und samtig, Süße gegen milde Säure
- Abgang
- lang anhaltend, fruchtbetont
- Restzucker
- 100 g/l — nach der Skala der Ursprungsbezeichnung Porto süß
- Säure
- 3,8 g/l
- Alkohol
- 19,5 % vol
Der Körper ist leichter, als die Zahlen vermuten lassen. Das macht den Ruby zum geselligsten Portwein: Man muss ihn nicht studieren, man trinkt ihn.
Wann er auf den Tisch kommt
- Serviertemperatur
- 16 bis 18 °C
- Dekantieren
- nicht nötig — gefiltert abgefüllt, kein Depot
- Nach dem Öffnen
- zwei bis drei Wochen
- Lagerung
- kühl, dunkel, liegend
Beim Käse sucht er die kräftigen: Blauschimmelkäse, gereifter Cheddar, alles mit Salz gegen die Süße. Beim Süßen passen Schokoladenkuchen, Nusskuchen und Eiscreme, und mit Walnüssen oder Mandeln wird aus zwei Dingen eins.
Der Anlass ist offen — als Aperitif, zum Abschluss eines Essens oder einfach an einem gemütlichen Winterabend. Ein Ruby verlangt keinen besonderen Tag.
DER RUBY VON NIEPOORT
Häufige Fragen
Was uns zum Ruby von Niepoort am häufigsten gefragt wird.
Die Fassgröße. Ein Ruby reift in großen Fässern, wo wenig Sauerstoff an den Wein kommt — er bleibt rot und fruchtig. Ein Tawny liegt in kleinen Fässern, wird bernsteinfarben und nussig. Beide stammen aus denselben Trauben.
Nein. Der Ruby wird vor der Abfüllung gefiltert und setzt kein Depot ab. Dekantieren schadet nicht, bringt aber nichts — anders als beim Vintage Port, der ungefiltert auf die Flasche kommt.
Zwei bis drei Wochen. Der hohe Alkoholgehalt macht ihn deutlich robuster als einen normalen Rotwein. Kühl gelagert und fest verschlossen hält er am längsten.
Ja. Mit 100 Gramm Restzucker je Liter liegt er in der Stufe „süß" der Ursprungsbezeichnung Porto, die bei 85 Gramm beginnt. Der leichte Körper und die milde Säure lassen ihn trotzdem nicht schwer wirken.
Portwein im Tasting erleben
Einen Ruby neben einem Tawny zu probieren, erklärt den Unterschied zwischen großem und kleinem Fass in zehn Minuten. Unsere Wein-Tastings lassen sich für ein Treffen mit Freunden buchen, für Familienfeiern, ein Firmenevent oder einen Junggesellenabschied.




