Der Tawny von Gran Cruz ist der zugänglichste Einstieg in die gereiften Portweine: bernsteinfarben, nussig, mit der Süße getrockneter Früchte — und aus einem Haus, das seit über 100 Jahren nichts anderes macht.
Ein Haus am Douro
Gran Cruz sitzt in Vila Nova de Gaia, am Ufer des Douro, gegenüber von Porto. Dort lagern seit jeher die Portweine des Tals — die Reifekeller liegen nicht im Weinberg, sondern am Fluss.
Das Haus geht auf Assumpção e Fos zurück, gegründet 1887, und hat damit über 100 Jahre Erfahrung in der Portweinproduktion. Zum Besitz gehört die Quinta de Ventozelo, einer der ältesten Weinberge des Douro-Tals — des ältesten klassifizierten Weinbaugebiets der Welt.
Wie der Tawny entsteht
Die Trauben stammen von den Steilhängen des Douro, überwiegend Touriga Nacional, Tinta Roriz und Touriga Franca.
Während der Gärung stoppt zugesetzter Weinbrand die Hefe — so bleibt ein Teil des Zuckers als Restsüße im Wein, und der Alkohol steigt auf 19 Prozent. Das ist der Schritt, der jeden Portwein zum Portwein macht.
Danach reift der Tawny über Jahre im Eichenfass. Durch das Holz erreicht ihn langsam Sauerstoff, und genau diese kontrollierte Oxidation verwandelt das Rubinrot in Bernstein und die frische Frucht in Nuss und Dörrobst.
Was im Glas steht
- Farbe
- bernsteinfarben bis mahagoni
- Nase
- Erdbeere, Himbeere, Nuss, Karamell, Vanille
- Gaumen
- samtig, getrocknete Früchte, ausgewogene Süße
- Abgang
- lang, mit Gewürznote und nussigem Finale
- Restzucker
- 105 g/l — nach der Skala der Ursprungsbezeichnung Porto süß
- Alkohol
- 19 % vol
Die Ursprungsbezeichnung Porto kennt fünf Süßestufen. „Süß" beginnt bei 85 Gramm je Liter — beim stillen Wein liegt die Grenze zu „trocken" dagegen bei 4 Gramm. Wer beide Skalen verwechselt, greift zur falschen Flasche.
Wann er auf den Tisch kommt
- Serviertemperatur
- 14 bis 16 °C
- Dekantieren
- nicht nötig — gefiltert abgefüllt, kein Depot
- Nach dem Öffnen
- mehrere Wochen haltbar
- Lagerung
- kühl, dunkel, liegend
Am Tisch spielt der Tawny seine Stärken neben Süßem aus: Crème brûlée, Schokoladenmousse als Dessert, Nusstorten. Beim Käse passt er zu den kräftigen — Stilton und Gorgonzola —, und mit dunkler Schokolade oder kandierten Nüssen wird aus zwei Dingen eins.
Der Anlass ist offen. Als Abschluss eines festlichen Dinners, an einem gemütlichen Abend vor dem Kamin, bei einem Treffen mit Freunden, nach dem Essen im kleinen Glas — oder als Geschenk, für das man nichts erklären muss.
DER TAWNY VON GRAN CRUZ
Häufige Fragen
Was uns zu diesem Portwein am häufigsten gefragt wird.
Mehrere Wochen. Durch die Fassreifung hat er über Jahre Sauerstoff gesehen, ein paar Tage an der Luft machen ihm nichts aus. Kühl gelagert und fest verschlossen hält er sich deutlich länger als ein normaler Rotwein.
Ja. Mit 105 Gramm Restzucker je Liter liegt er in der Stufe „süß" der Ursprungsbezeichnung Porto, die bei 85 Gramm beginnt. Die Säure trägt die Süße allerdings, deshalb wirkt er nicht schwer.
Nein. Der Tawny wird vor der Abfüllung gefiltert und setzt kein Depot ab. Dekantieren schadet nicht, bringt aber nichts — anders als beim Vintage Port, der ungefiltert auf die Flasche kommt.
Die Altersangabe. Ein „10 Jahre" oder „20 Jahre" nennt das Durchschnittsalter der verschnittenen Weine und ist entsprechend länger gereift. Dieser Tawny trägt keine — er ist jünger, zugänglicher und deutlich günstiger.
Portwein im Tasting erleben
Einen Tawny neben einem Ruby und einem White zu probieren, erklärt mehr als jeder Text. Unsere Wein-Tastings lassen sich für ein Treffen mit Freunden buchen, für Familienfeiern, ein Firmenevent oder einen Junggesellenabschied.




