Der Böckser ist ein Weinfehler, der nach faulen Eiern riecht. Ursache sind Schwefelverbindungen (vor allem Schwefelwasserstoff), die bei der Gärung durch gestresste Hefen entstehen. Ein leichter Böckser verschwindet oft durch Belüften, weil Sauerstoff die sogenannte Reduktion rückgängig macht. Er ist das Gegenstück zur Oxidation.
Wenn ein frisch geöffneter Wein nach faulen Eiern riecht, liegt meist ein Böckser vor — ein Weinfehler, der auf den ersten Eindruck abstoßend wirkt, aber oft harmloser ist, als er riecht.
Die Ursache liegt in schwefelhaltigen Verbindungen, allen voran Schwefelwasserstoff. Dieser entsteht während der Gärung, wenn die Hefen unter Stress stehen oder nicht genug Nährstoffe haben und deshalb Schwefel ausscheiden. Fachleute sprechen von einem reduktiven Fehlton, weil dem Wein Sauerstoff fehlte — der Böckser ist damit das genaue Gegenstück zur Oxidation, bei der zu viel Sauerstoff im Spiel ist.
Und daraus folgt der praktische Trick: Ein leichter Schwefelwasserstoff-Böckser lässt sich oft beheben, indem man dem Wein Luft gibt — durch kräftiges Schwenken im Glas oder Umfüllen in eine Karaffe. Der Sauerstoff macht die Reduktion rückgängig, und der Fehlton verfliegt. Bleibt der Geruch dagegen auch nach der Belüftung bestehen, hat sich womöglich ein hartnäckigerer „Lagerböckser" gebildet (mit Noten von Zwiebel, Knoblauch oder Kohl), der nicht mehr zu retten ist. Eine ehrliche Randnotiz: Ob ein ganz leichter Böckser als Fehler zählt, ist Geschmackssache — manche Weine, die jung einen kleinen Böckser zeigten, entwickeln sich später sogar besonders gut. Im Zweifel gilt: erst schwenken, kurz warten, dann neu beurteilen.