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Tasting-WissenWein

Oxidation

Oxidation ist ein Weinfehler durch zu viel Sauerstoffkontakt. Der Wein verliert Frische und Frucht: Rotwein wird bräunlich und riecht nach eingekochtem Obst, Weißwein wird dunkelgelb und wirkt „alt". Das Frühstadium heißt Firne und ist noch trinkbar. Oxidation ist das Gegenstück zum Böckser, bei dem Sauerstoff fehlt.

Auch bekannt als: Firne, oxidativer Ton, Madeirisierung

Sauerstoff ist beim Wein Freund und Feind zugleich. In kleinen Mengen — etwa beim Karaffieren — öffnet er die Aromen. Im Übermaß aber zerstört er den Wein: Das nennt man Oxidation, einen der häufigsten Weinfehler.

Erkennbar ist sie an Farbe und Geruch. Rotwein verliert sein leuchtendes Rot, wird bräunlich und riecht nach eingekochtem, überreifem Obst. Weißwein wird dunkelgelb bis bräunlich und wirkt „alt", schal, manchmal ranzig. Der Grund: Zu viel Luftkontakt lässt die Aromastoffe verfallen. Typischerweise trifft das ältere Weine, bei denen der schützende Schwefel über die Jahre abgebaut wurde, oder Weine, die zu wenig geschwefelt oder schlecht verschlossen wurden. Ein bekanntes Bild ist die „Madeirisierung" — der Wein erinnert dann an einen (absichtlich oxidativ ausgebauten) Madeira.

Zwei Dinge helfen beim Einordnen. Erstens die Abgrenzung: Oxidation ist das Gegenteil des Böcksers. Beim Böckser fehlte dem Wein Sauerstoff (Reduktion), bei der Oxidation bekam er zu viel — zwei entgegengesetzte Fehler. Zweitens die Stufen: Das Frühstadium heißt Firne. Ein leicht firniger Wein hat schon an Frische verloren, ist aber oft noch trinkbar. Schreitet die Oxidation fort, ist der Wein irgendwann „tot" und nicht mehr zu retten. Deshalb gilt: Einen angebrochenen Wein zeitnah austrinken, denn nach dem Öffnen läuft die Oxidation unaufhaltsam weiter.

Siehe auch: Gletscherwein, Château Musar.

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