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Doppelter Rebschnitt (tropischer Weinbau)

Der doppelte Rebschnitt ist die zentrale Technik des tropischen Weinbaus. Weil es keinen Winter gibt, wird die Rebe zweimal im Jahr geschnitten: einmal, um Holz aufzubauen, einmal, um gezielt Trauben zu erzeugen.

Auch bekannt als: Doppelter Rebschnitt, Double Pruning, Zweifacher Rebschnitt, Doppelschnitt

In den Tropen fehlt der Rebe der Kältereiz des Winters, der sie anderswo in die Ruhephase zwingt — sie würde einfach immer weiter wachsen. Der tropische Weinbau löst das mit dem doppelten Rebschnitt: Beim ersten Schnitt (dem „Aufbauschnitt", in Indien etwa im April) wird die Rebe zurückgenommen und treibt neues, aber fruchtloses Holz, das über die Regenzeit ausreift. Beim zweiten Schnitt (dem „Fruchtschnitt", etwa im Oktober) werden genau diese Ruten angeschnitten — jetzt bilden sich die Trauben, die dann in der trockenen, kühleren Jahreszeit von Januar bis April geerntet werden. So verlegt der Winzer die Reife bewusst weg vom Monsun. Dieselbe Logik nutzt man im brasilianischen São-Francisco-Tal, wo bei ganzjähriger Wärme sogar zwei Ernten pro Jahr möglich sind. Der doppelte Rebschnitt ist damit der Schlüssel, der Weinbau überhaupt bis in die Tropen von Indien und darüber hinaus trägt.

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