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Kirchenfenster

Als Kirchenfenster oder Weinbeine bezeichnet man die Schlieren, die nach dem Schwenken an der Glaswand herablaufen. Sie entstehen durch den Marangoni-Effekt: Alkohol verdunstet schneller als Wasser, wodurch der Wein am Rand nach oben gezogen wird und als Tränen zurückfällt. Sie zeigen den Alkoholgehalt, nicht die Qualität.

Auch bekannt als: Weinbeine, Tränen, Weintränen, Schlieren, Marangoni-Effekt, Legs, Beine

Schwenkt man ein Glas Wein, benetzt die Flüssigkeit die Glaswand. Kurz darauf bilden sich dort bogenförmige Schlieren, die langsam als Tropfen zurücklaufen. Wegen ihrer Form heißen sie Kirchenfenster, wegen ihres Verlaufs auch Weinbeine oder Tränen.

Dahinter steckt der nach Carlo Marangoni benannte Marangoni-Effekt. Alkohol verdunstet schneller als Wasser. Am dünnen Film oberhalb des Weinspiegels sinkt der Alkoholanteil, die Oberflächenspannung steigt, und dieser Film zieht Flüssigkeit aus tieferen Schichten nach oben. Oben sammelt sie sich und läuft als Tränen zurück.

Je ausgeprägter die Kirchenfenster, desto höher meist der Alkohol- und Extraktgehalt; auch Restzucker verstärkt den Effekt. Ein häufiger Irrtum ist, Glycerin sei verantwortlich – es spielt kaum eine Rolle. Über die Qualität eines Weins sagen Kirchenfenster nichts aus.

Dasselbe zeigt sich bei Spirituosen: Bei Whisky spricht man von Legs. Wie deutlich sie ausfallen, hängt vor allem vom Alkoholgehalt ab – je höher, desto ausgeprägter die Schlieren. Träger und dicker laufende Legs deuten daneben auf mehr aus dem Eichenfass gelöste Stoffe und einen volleren Körper hin, sind aber kein verlässlicher Hinweis auf Alter oder Qualität.

Siehe auch: Körper, Gläserkunde.

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