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Tasting-WissenWein

Körper

Der Körper beschreibt, wie schwer, voll und dicht sich ein Wein im Mund anfühlt. Man unterscheidet leichte, mittlere und kräftige (vollmundige) Weine. Entscheidend sind Alkohol, Extrakt und Restzucker. Ein voller Körper ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Stilfrage — leichte Weine können ebenso gelungen sein.

Auch bekannt als: Fülle

Stell dir den Unterschied zwischen Magermilch und Sahne vor — beides ist flüssig, doch das eine fühlt sich viel voller und dichter an. Genau dieses Gewicht im Mund meint der Weinkenner mit Körper.

Mehrere Faktoren bestimmen den Körper. Der wichtigste ist der Alkohol, aber er ist nicht der einzige: Auch das Extrakt (die gelösten Feststoffe wie Aromastoffe, Mineralien und Gerbstoffe) und ein möglicher Restzucker machen einen Wein voller. Die Säure dagegen lässt ihn schlanker und frischer wirken. Deshalb kann ein extraktreicher oder leicht süßer Wein trotz moderatem Alkohol vollmundig schmecken.

Man teilt Weine grob in leicht, mittelkräftig und kräftig (vollmundig) ein. Ein leichter Mosel-Riesling mit hoher Säure und rund 11,5 Prozent Alkohol fühlt sich schlank und lebendig an; ein im Holz ausgebauter Spätburgunder mit 13,5 Prozent und spürbarem Tannin wirkt voll und breit. Wichtig — und ehrlich gesagt: Vollmundig heißt nicht besser. Der Körper beschreibt den Stil, nicht die Güte. Zu einem leichten Sommerabend passt ein schlanker Wein oft besser als ein wuchtiger.

Siehe auch: Kirchenfenster.

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