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Tasting-WissenWein

Gläserkunde

Gläserkunde beschreibt, wie die Form eines Weinglases den Genuss beeinflusst. Der Kelch lenkt Aromen und Weinfluss: Bordeauxgläser sind hoch und schlank für kräftige Rote, Burgundergläser breit und bauchig für feine Rote, Weißweingläser kleiner, Sektgläser hoch und schmal. Die Faustregel: je intensiver der Wein, desto größer der Kelch.

Auch bekannt als: Weinglas, Weingläser, Glasform

Dass ein Wein aus verschiedenen Gläsern anders schmeckt, klingt zunächst nach Snobismus — ist aber gut nachvollziehbar. Die Form des Kelchs bestimmt, wie viel Oberfläche der Wein hat, wie er mit Luft in Kontakt kommt und wie die Aromen zur Nase geführt werden.

Grob unterscheidet man vier Typen. Das Bordeauxglas ist hoch und hat einen langen Kelch — ideal für kräftige, tanninreiche Rotweine wie Cabernet Sauvignon, deren Fruchtaromen so Raum bekommen, bevor sie sich mit den herben Noten harmonisch verbinden. Das Burgunderglas ist breit und bauchig mit großer Oberfläche — perfekt für feine, aromatische Rote wie Spätburgunder, die viel Luft brauchen, um sich zu entfalten. Weißweingläser sind kleiner und schmaler, weil Weißweine weniger Belüftung brauchen und ihre Frische bewahren sollen. Sektgläser schließlich sind hoch und schmal, damit die Kohlensäure länger hält und die Aromen gebündelt aufsteigen.

Zwei praktische Hinweise zum Schluss. Erstens die Faustregel: je intensiver und kräftiger der Wein, desto größer darf der Kelch sein. Zweitens ein Detail, das viele überrascht — reichhaltige, gereifte Champagner kommen oft besser in einem Weißweinglas zur Geltung als in der schmalen Sektflöte, weil sie mehr Platz für ihre komplexen Aromen brauchen. Und ganz gleich, welches Glas: nie mehr als ein Drittel füllen, damit im Kelch genug Raum zum Schwenken bleibt.

Siehe auch: Verkostung.

Siehe auch: Kirchenfenster, Avinieren.

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