Der Kondensator verflüssigt den Alkoholdampf nach der Brennblase wieder. Entscheidend ist der Kupferkontakt: Viel Kontakt (moderner Rohrbündelkondensator) ergibt leichten, fruchtigen Whisky, wenig Kontakt (traditioneller Worm Tub) einen schweren, fleischigeren Stil.
Nach dem Brennen muss der Alkoholdampf wieder flüssig werden — das erledigt der Kondensator, und er hat überraschend großen Einfluss auf den Geschmack. Alles dreht sich um eine einzige Frage: Wie viel berührt der Dampf das Kupfer? Denn Kupfer entfernt schwere Schwefelnoten und fördert fruchtige Aromen. Es gibt zwei Bauarten. Der moderne Rohrbündelkondensator (shell-and-tube) besteht aus rund hundert dünnen Kupferröhren, an denen der Dampf viel Kupfer berührt — das Ergebnis ist ein leichter, fruchtiger, sauberer Whisky. Ihn nutzt heute die große Mehrheit. Der traditionelle Worm Tub dagegen ist eine lange, gewundene Kupferschlange in einem Wasserbottich; hier berührt der Dampf weniger Kupfer, und es bleiben schwerere, „fleischige", öligere Noten stehen. Nur noch etwa 15 Brennereien wie Mortlach oder Old Pulteney setzen darauf. Eine ehrliche Richtigstellung gehört dazu: Worm Tub bedeutet nicht zwangsläufig „schwer". Über die Wassertemperatur lässt sich beides steuern — Talisker etwa erzeugt mit Worm Tubs bewusst einen kräftigen, Ballindalloch dagegen einen leichteren Stil. Der Kondensator ist also eine feine, oft übersehene Stellschraube des Charakters.
Siehe auch: Destillation, Alkohol.