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Kouloura (Reberziehung)

Kouloura ist die Reberziehung auf Santorini: Der Rebstock wird über Jahre zu einem flachen, kranz- oder korbförmigen Geflecht gebunden. Die Trauben wachsen geschützt im Inneren des Korbs — eine Antwort auf Sturmwind, Sonne und Wassermangel.

Auch bekannt als: Kouloura, Korberziehung, Ampelies

Auf Santorini gibt es kaum Regen, dafür harten Wind und gleißende Sonne. Statt die Reben an Drähten hochzuziehen, flechten die Winzer sie über Jahrzehnte zu einem bodennahen Korb — griechisch kouloura. Die Trauben hängen geschützt im Inneren: Der Korb bricht den Wind, spendet Schatten und fängt in der Nacht die Feuchtigkeit ein, die vom Meer als Nebel kommt. So überleben Reben hier ohne Bewässerung, viele auf Wurzeln, die Jahrhunderte alt sind — der vulkanische Sandboden blieb von der Reblaus verschont, weshalb die Stöcke nie gepfropft werden mussten. Die Erziehung ist mühsam und nur von Hand zu machen, deshalb geht sie langsam verloren. Sie ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine Rebkultur sich an ein extremes Terroir anpasst.

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