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WeinWhisky

Reblaus

Die Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae) ist eine aus Nordamerika eingeschleppte Pflanzenlaus, die ab 1863 Europas Weinberge verwüstete. Die sogenannte Reblauskrise zerstörte allein in Frankreich rund 2,5 Millionen Hektar Reben. Gerettet wurde der Weinbau durch das Pfropfen europäischer Edelreben auf reblausresistente amerikanische Unterlagsreben — bis heute die Grundlage fast jeder Weinrebe.

Auch bekannt als: Reblauskrise, Phylloxera, Reblauskatastrophe

Die Reblaus gelangte in den 1860er-Jahren über amerikanische Rebstöcke nach Europa und traf auf die völlig wehrlose europäische Edelrebe Vitis vinifera. Zwischen 1865 und 1885 fiel ihr ein Großteil der französischen Weinbaugebiete zum Opfer, darunter Vorzeigeregionen wie Bordeaux und Burgund. Die Wurzelform der Laus zerstört die feinen Saugwurzeln, die Rebe verdurstet und stirbt binnen weniger Jahre. Die dauerhafte Lösung kam aus derselben Herkunft wie das Problem: Amerikanische Wildreben sind von Natur aus resistent. Man pfropft seither die gewünschte europäische Rebsorte auf eine widerstandsfähige amerikanische Unterlagsrebe — die Veredelung, die den Geschmack des Weins nicht verändert. Rund 85 Prozent aller Reben weltweit wachsen heute auf solchen Unterlagen. Die Reblaus wirkte weit über den Wein hinaus. Als in den 1870er-Jahren auch die Cognac-Region verwüstet wurde und Brandy knapp und teuer wurde, wich die britische Oberschicht vom Brandy-Soda auf Whisky-Soda aus — ein kräftiger Schub für den Aufstieg des Blended Scotch. Wichtig zur Einordnung: Der Whiskyboom war zu diesem Zeitpunkt bereits im Gange, getragen von den Blending-Häusern und neuer Brenntechnik. Die Reblaus war ein Beschleuniger, nicht die alleinige Ursache.

Siehe auch: Rebsorte.

Siehe auch: Unterlage.

Siehe auch: Mehltau, Wurzelecht.

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