Dreieinhalb Jahre in Fässern zu 550 Litern — beim Tawny von Niepoort ist die Fassgröße kein Detail, sondern der ganze Unterschied. Aus Frucht wird Nuss, aus Rubinrot wird Bernstein.
Warum das kleine Fass den Wein verwandelt
Ein Tawny Port reift in kleinen Eichenfässern, hier mit 550 Litern. Je kleiner das Fass, desto mehr Holzfläche trifft auf desto weniger Wein — und desto mehr Sauerstoff erreicht ihn durch die Dauben.
Diese kontrollierte Oxidation ist der ganze Trick. Sie verwandelt Kirsche und Pflaume in getrocknete Früchte und Nuss und nimmt dem Wein Schritt für Schritt das Rot. Der Ruby desselben Hauses liegt dagegen im großen Fuder und behält beides.
Wie bei jedem Portwein stoppt zugesetzter Weinbrand die Gärung, solange noch Zucker im Most ist — 95,9 Gramm je Liter bleiben im Wein, der Alkohol steigt auf 19,5 Prozent.
Ein Haus mit Handschrift
Niepoort führt seine Weine seit 1842 in Familienhand. Dirk Niepoort, der das Haus heute leitet, gilt als einer der Erneuerer im Douro — der Weinregion im Norden Portugals. Er hat traditionelle Portweinbereitung mit modernen Tischweinen verbunden und damit die Wahrnehmung der Region verändert.
Das ganze Sortiment steht in unserer Niepoort-Auswahl.
Dieser Tawny trägt keine Altersangabe. Ein „10 Jahre" oder „20 Jahre" nennt das Durchschnittsalter der verschnittenen Weine und ist länger gereift — dafür ist ein Tawny ohne Angabe jünger, zugänglicher und deutlich günstiger. Wer den Vergleich sucht, findet ihn beim Colheita, dem Tawny mit Jahrgang.
Was im Glas steht
- Farbe
- rotbraun mit bernsteinfarbenem Rand
- Nase
- Pflaume, Walnuss, Honigmelone, Brombeere, Leder
- Gaumen
- samtig und vollmundig, getrocknete Früchte wie Feige und Aprikose, Karamell, Gewürz und ein Hauch Vanille
- Abgang
- lang anhaltend
- Restzucker
- 95,9 g/l — nach der Skala der Ursprungsbezeichnung Porto süß
- Säure
- 3,99 g/l
- Alkohol
- 19,5 % vol
Die Ursprungsbezeichnung Porto kennt fünf Süßestufen, „süß" beginnt bei 85 Gramm je Liter. Beim stillen Wein liegt die Grenze zu „trocken" dagegen bei 4 Gramm — wer beide Skalen verwechselt, greift zur falschen Flasche.
Wann er auf den Tisch kommt
- Serviertemperatur
- 14 bis 16 °C
- Dekantieren
- nicht nötig — gefiltert abgefüllt, kein Depot
- Nach dem Öffnen
- mehrere Wochen haltbar
- Lagerung
- kühl, dunkel, liegend
Beim Süßen greift er nach den Nüssen: Nusstorten, Schokoladenkuchen, Karamellpudding, Crème brûlée, Eiscreme. Beim Käse passen Blauschimmelkäse wie Roquefort und Gorgonzola, dazu Stilton und gereifter Cheddar. Und pur mit Walnüssen, Mandeln oder Haselnüssen braucht es nichts weiter.
Als Aperitif vor einem eleganten Dinner, als Begleiter am Kamin oder als Abschluss eines festlichen Mahls — der Tawny passt in beide Richtungen des Abends.
DER TAWNY VON NIEPOORT
Häufige Fragen
Was uns zum Tawny von Niepoort am häufigsten gefragt wird.
Weil sie bestimmt, wie viel Sauerstoff an den Wein kommt. In einem 550-Liter-Fass trifft viel Holzfläche auf wenig Wein — der Sauerstoff verwandelt Frucht in Nuss und nimmt dem Wein das Rot. Im großen Fass passiert das kaum, dort bleibt der Portwein rubinrot.
Dass es ein Tawny ohne Altersangabe ist. Ein „10 Jahre" nennt das Durchschnittsalter der verschnittenen Weine und ist länger gereift. Dieser hier ist jünger, zugänglicher und deutlich günstiger — der Stil ist derselbe.
Mehrere Wochen. Durch die Fassreifung hat er über Jahre Sauerstoff gesehen, ein paar Tage an der Luft machen ihm nichts aus. Kühl gelagert und fest verschlossen hält er deutlich länger als ein normaler Rotwein.
Nein. Der Tawny wird vor der Abfüllung gefiltert und setzt kein Depot ab. Dekantieren schadet nicht, bringt aber nichts — anders als beim Vintage Port, der ungefiltert auf die Flasche kommt.
Portwein im Tasting erleben
Einen Tawny neben einem Ruby zu probieren, erklärt den Unterschied zwischen großem und kleinem Fass in zehn Minuten. Unsere Wein-Tastings lassen sich für ein Treffen mit Freunden buchen, für Familienfeiern, ein Firmenevent oder einen Junggesellenabschied.




