LBV steht für Late Bottled Vintage: ein Jahrgangsport, der länger im Fass bleibt als ein Vintage und deshalb beim Kauf schon trinkreif ist. Er gilt als der vernünftige Einstieg in die Jahrgangsportweine.
Ein Jahrgang, später abgefüllt
Ein Late Bottled Vintage stammt aus den Trauben eines einzigen Erntejahres — darin gleicht er dem Vintage Port. Der Unterschied liegt in der Zeit: Der Vintage kommt nach rund zwei Jahren auf die Flasche, der LBV erst nach vier bis sechs.
Diese zusätzlichen Jahre im Fass nehmen ihm die Härte. Ein LBV muss nicht jahrzehntelang liegen, bevor er Freude macht; er ist beim Kauf bereits zugänglich.
Im Glas zeigt er ein tiefes Rubinrot mit kirschrotem Rand. Die Aromen bleiben fruchtbetont — Kirsche, Pflaume, dunkle Beeren — und bekommen durch die Fassjahre Noten von Leder, Tabak und Gewürz.
Zwei Sorten LBV, ein Unterschied
Beim LBV gibt es zwei Bauarten, und wer das nicht weiß, hat irgendwann Depot im Glas.
- Moderner LBV
- vor der Abfüllung geschönt und gefiltert, kein Depot, kein Dekantieren nötig
- Traditioneller LBV
- ohne Filtration abgefüllt, bildet ein Depot, muss dekantiert werden
Der traditionelle Stil ist kräftiger und strukturierter und hält in der Flasche deutlich länger. Erkennbar ist er am Etikett: Dort steht „unfiltered", „traditional" oder „não filtrado".
Die meisten LBVs im Handel sind die moderne, gefilterte Variante. Wenn nichts auf dem Etikett steht, ist es in der Regel diese.
Servieren und dekantieren
- Serviertemperatur
- 12 bis 14 °C
- Dekantieren, gefiltert
- nicht nötig
- Dekantieren, ungefiltert
- ja, wie beim Vintage
- Lagerung
- kühl, dunkel, liegend
- Nach dem Öffnen
- zwei bis drei Wochen
Ein LBV passt zu kräftigen Käsen, zu Schokoladendesserts und zu Wild. Als Aperitif taugt er ebenfalls, wenn du es kräftig magst. Er ist auch der Portwein, mit dem sich eine Sauce zu dunklem Fleisch am besten ansetzen lässt — dafür reicht die gefilterte Variante.
Wenn es keinen LBV gibt
Wir führen derzeit keinen LBV. Wer in dieselbe Richtung will, findet den Einstieg im Ruby Port: dieselbe Aromenfamilie, dieselbe Frucht, nur ohne Jahrgang und mit kürzerer Reife.
Der LBV ist im Grunde die Stufe darüber — ein Ruby mit Erntejahr und ein paar Jahren mehr im Fass. Wer den Ruby mag, weiß, ob sich der Schritt lohnt.
STATTDESSEN: UNSERE RUBY PORTS
Häufige Fragen
Was uns zum LBV am häufigsten gefragt wird.
Für Late Bottled Vintage, also spät abgefüllter Jahrgangsport. Der Wein stammt aus einem einzigen Erntejahr und bleibt vier bis sechs Jahre im Fass, bevor er auf die Flasche kommt — beim Vintage sind es nur rund zwei.
Das hängt von der Bauart ab. Der moderne, gefilterte LBV setzt kein Depot ab und wird einfach eingegossen. Der traditionelle, ungefilterte muss dekantiert werden wie ein Vintage. Auf dem Etikett steht dann „unfiltered", „traditional" oder „não filtrado".
Er wird gern so genannt, trifft es aber nicht ganz. Ein LBV ist durch die längere Fassreifung beim Kauf trinkreif, ein Vintage braucht Jahrzehnte in der Flasche. Das sind zwei verschiedene Weine aus demselben Ausgangsmaterial, nicht ein billiger und ein teurer.
Zwei bis drei Wochen, kühl gelagert und fest verschlossen. Die ungefilterte Variante hält etwas länger, weil sie mehr Struktur hat.
Portwein im Tasting erleben
Wer einmal Ruby, Tawny und White nebeneinander im Glas hatte, braucht keine Erklärung mehr. In unseren Wein-Tastings verkosten wir sechs Weine an einem Abend, mit Fingerfood und ohne Fachchinesisch.


