Brora – die Auferstehung einer Legende

Brora in Sutherland – 1983 geschlossen, 2021 wiedererweckt. Ein Kultklassiker der Highlands.
Kaum ein Name lässt Sammlerherzen so schlagen wie Brora. 1983 geschlossen, galt die Highland-Brennerei fast vier Jahrzehnte als „Geisterbrennerei" – bis Diageo sie 2021 wiedererweckte. Ihr Ruf gründet auf wachsig-rauchigen Whiskys von legendärem Rang.
Brora auf einen Blick
- Region
- Highland, Sutherland (Dorf Brora)
- Gegründet
- 1819 (als Clynelish)
- Geschlossen
- 1983
- Wiedereröffnet
- 2021
- Eigentümer
- Diageo
- Master Distiller
- Stewart Bowman
- Stil
- wachsig, fein rauchig
- Torfgehalt
- Neu-Brand ca. 20 ppm (Richtwert)
- Wasserquelle
- Clynemilton Burn
- Eigene Mälzung
- nein (getorftes Malz aus Glen-Ord-Maltings)
- Maischebottich
- original gusseisern (erhalten)
- Washbacks
- Holz (2021 neu eingebaut)
- Brennblasen
- 2 Original-Pot-Stills (je ca. 13.500 l), von Hand aufgearbeitet
- Jahresproduktion
- rund 800.000 Liter/Jahr
- Kern
- kein reguläres Sortiment; nur limitierte Raritäten aus Altbeständen
- Besonderheit
- 2021 wiedererweckte „Geisterbrennerei"
- Offizielle Seite
- brora.com
verkostet
Geschmacksprofil
Brora liegt an der Ostküste der Northern Highlands in Sutherland, rund eine Stunde nördlich von Inverness. Gegründet wurde sie 1819 – damals unter dem Namen Clynelish. Als Ende der 1960er-Jahre direkt nebenan eine neue, moderne Clynelish-Brennerei entstand, erhielt der historische Bau zur Unterscheidung den Namen Brora.
1983 traf die große Schließungswelle der Branche auch Brora. Danach ruhte die Produktion 38 Jahre. In dieser Zeit wurde Brora zur Legende: Die endlichen Restbestände – vor allem die ungewöhnlich rauchigen Abfüllungen der frühen 1970er-Jahre – wurden zu gesuchten Sammlerstücken, Diageos jährliche Special Releases zu Ereignissen.
Am 19. Mai 2021 floss wieder frischer Brand: Diageo erweckte die Brennerei nach sorgfältiger Restaurierung wieder zum Leben, die originalen Brennblasen von Hand aufgearbeitet. Seither erschienen seltene Abfüllungen aus alten Beständen wie das Triptych oder ein 44-Jähriger. Der frische Brand muss dagegen erst reifen – die Wachsigkeit, Broras Kern, braucht Zeit.
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Brora ist bewusst exklusiv: Besuche sind nur nach Voranmeldung in kleinen Gruppen möglich. Was einen Geisterbrennerei-Whisky mit den Jahren so selten macht, hat auch mit dem Angel's Share zu tun; mehr dazu im Lexikon unter Angel's Share.
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Die Brora-Signatur ist eine wachsige, leicht ölige Textur, umspielt von feinem Torfrauch, grüner Frucht und einer salzig-mineralischen Küstennote – elegant, komplex und langlebig.
Whisky-Tasting entdeckenHäufige Fragen
Alles, was du über Brora wissen möchtest.
Warum ist Brora so selten und teuer?
Brora war von 1983 bis 2021 geschlossen. Über fast vier Jahrzehnte gab es nur endliche Restbestände – das machte die alten Abfüllungen zu gesuchten Sammlerobjekten.
Ist Brora dasselbe wie Clynelish?
Nicht ganz. Brora wurde 1819 als Clynelish gegründet. Als nebenan eine neue Clynelish-Brennerei entstand, erhielt der alte Bau den Namen Brora. Heute sind es zwei eigenständige Brennereien Seite an Seite.
Wird bei Brora wieder produziert?
Ja, seit dem 19. Mai 2021. Die bisher veröffentlichten Abfüllungen stammen aber noch aus alten Beständen von vor 1983 – neuer Brora-Whisky muss erst reifen.
Wem gehört Brora?
Brora gehört zum Getränkekonzern Diageo und läuft unter dessen Sparte für seltene Abfüllungen.