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SpirituoseTasting-Wissen

Gin-Krise

Die Gin-Krise (englisch Gin Craze) war eine Phase massenhaften Gin-Konsums im London des 18. Jahrhunderts, etwa von 1720 bis 1757. Billiger, oft gepanschter Gin richtete unter der Stadtarmut schwere soziale und gesundheitliche Schäden an. Eine Reihe von Gin Acts und steigende Getreidepreise beendeten die Krise schließlich.

Auch bekannt als: Gin Craze, Madam Geneva, Mother Gin

Ausgelöst wurde die Gin-Krise durch die Politik: Nach 1689 schränkte England im Konflikt mit Frankreich die Einfuhr von französischem Brandy stark ein und gab zugleich die heimische Destillation frei, um Getreideüberschüsse zu verwerten. In London entstanden Hunderte kleiner Brennereien, Gin wurde spottbillig und allgegenwärtig. Auf dem Höhepunkt um 1730 zählte die Stadt Tausende Gin-Läden. Der Gin dieser Zeit hatte mit heutigem London Dry wenig gemein — es war oft ein scharfes, mitunter mit gefährlichen Zusätzen gestrecktes Gebräu. Der massenhafte Konsum unter den Ärmsten führte zu Trunkenheit, Krankheit und Kriminalität und wurde zur moralischen Panik der Oberschicht. Das Parlament reagierte mit einer Reihe von Gin Acts zwischen 1729 und 1751; der wirksamste von 1751 verteuerte Lizenzen und band den Verkauf an seriöse Wirte. Berühmt wurde die Epoche durch William Hogarths Kupferstich „Gin Lane" von 1751, der die Verelendung drastisch anprangerte — als Gegenstück zum wohlgeordneten „Beer Street". Bis 1757 war die Gin-Krise weitgehend vorbei, auch weil steigende Getreidepreise den Gin verteuerten. Gin blieb, entwickelte sich aber zum verfeinerten Getränk, das wir heute kennen. Anders als gelegentlich behauptet, steht die Gin-Krise in keinem direkten Zusammenhang mit dem späteren Aufstieg des Scotch Whisky — dessen Auslöser lag gut hundert Jahre später in der Reblauskrise.

Siehe auch: Gin.

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