Der Jahrgang ist das Jahr, in dem die Trauben für einen Wein geerntet wurden. Er steht auf dem Etikett und verrät, unter welchen Wetterbedingungen der Wein gewachsen ist. Da jedes Jahr anders ausfällt — mal warm und trocken, mal kühl und feucht —, unterscheiden sich Weine desselben Winzers von Jahrgang zu Jahrgang teils deutlich in Reife, Säure und Charakter.
Zwei Flaschen desselben Weins, vom selben Winzer, aus derselben Lage — und doch schmecken sie unterschiedlich. Der Grund steht auf dem Etikett: der Jahrgang. Er nennt das Erntejahr der Trauben und ist damit ein Fingerabdruck des Wetters, das diesen Wein geprägt hat.
Wein ist ein Naturprodukt, und kein Weinjahr gleicht dem anderen. Ein warmer, trockener Sommer bringt vollreife Trauben mit viel Zucker, wenig Säure und kräftigem Körper. Ein kühles, feuchtes Jahr ergibt schlankere, säurebetonte Weine — und stellt den Winzer vor größere Herausforderungen. Deshalb spricht man von guten und schwächeren Jahrgängen, und für manche Regionen gibt es regelrechte Jahrgangstabellen, die die Qualität bewerten.
Wie stark der Jahrgang durchschlägt, hängt vom Klima ab: In kühleren Regionen wie Deutschland oder der Champagne schwanken die Jahrgänge deutlich, in heißen, stabilen Klimazonen weniger. Ein Sonderfall ist der Schaumwein: Die meisten Champagner sind bewusst jahrgangslos (auf dem Etikett sans année oder non vintage), weil sie aus mehreren Jahrgängen verschnitten werden, um einen gleichbleibenden Hausstil zu sichern. Nur in besonders guten Jahren füllt ein Haus einen Jahrgangschampagner ab — ein Millésime, der dann das Erntejahr trägt.
Siehe auch: Lese.