Kerner ist eine Kreuzung aus rotem Trollinger und weißem Riesling, 1929 von August Herold in Weinsberg gezüchtet. Der Wein ist rieslingähnlich, mit lebendiger Säure und feinem Muskatton. Nach starkem Rückgang stehen in Deutschland noch rund 2.000 Hektar. Benannt ist die Sorte nach dem Dichter Justinus Kerner.
1929 kreuzte August Herold in Weinsberg den roten Trollinger mit dem weißen Riesling – eine ungewöhnliche Verbindung, die einen weißen Wein ergab. Zunächst hieß die Sorte schlicht „Weißer Herold“, später benannte man sie nach Justinus Kerner, dem in Weinsberg lebenden Dichter und Arzt.
Der Kerner erbte vom Riesling die Säure und einen Teil der Finesse, vom Trollinger die Robustheit: Er treibt spät aus, entgeht damit Spätfrösten und gedeiht auch in Lagen, die dem Riesling zu kühl sind. Das machte ihn in den 1970ern zum Star – auf dem Höhepunkt standen über 7.500 Hektar.
Heute sind es noch rund 2.000 Hektar. Der Weißwein ist zu Unrecht aus der Mode geraten: trocken ausgebaut zeigt er Apfel, Pfirsich und einen feinen Muskatton. Als Neuzüchtung litt er am Ruf der Gattung – nicht an seiner Qualität. In Südtirol gilt er längst als ernstzunehmender Bergwein.