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Tasting-WissenWein

Vertikale & horizontale Verkostung

Vertikale und horizontale Verkostung sind zwei Formate der Weinprobe. Bei der Vertikalen verkostet man denselben Wein aus verschiedenen Jahrgängen — das zeigt den Jahrgangseinfluss. Bei der Horizontalen verkostet man denselben Jahrgang von verschiedenen Weingütern oder Herkünften — das zeigt Terroir und Handschrift des Winzers.

Auch bekannt als: Vertikale, Horizontale, Vertikalverkostung, Horizontalverkostung, Weinvertikale

Wer sich mit Weinproben beschäftigt, stößt bald auf zwei Fachbegriffe: die vertikale und die horizontale Verkostung. Sie klingen technisch, meinen aber zwei einfache, sehr aufschlussreiche Vergleichsformate — und die geometrischen Namen sind erstaunlich treffend.

Bei der vertikalen Verkostung nimmt man einen einzigen Wein — dieselbe Rebsorte, dasselbe Weingut, oft dieselbe Lage — und verkostet ihn über mehrere Jahrgänge hinweg, meist vom ältesten zum jüngsten. „Vertikal" steht dabei für die Zeitachse von oben nach unten. Der Reiz: Man erlebt, wie sich derselbe Wein von Jahr zu Jahr unterscheidet, und versteht, welchen Einfluss der Jahrgang — also Wetter und Arbeit im Weinberg — auf das Ergebnis hat. Eine echte Zeitreise im Glas.

Bei der horizontalen Verkostung ist es genau umgekehrt: Hier bleibt der Jahrgang gleich, aber man vergleicht verschiedene Weingüter, Anbaugebiete oder Rebsorten desselben Jahres. So tritt zutage, wie stark Terroir, Boden, Klima und die Handschrift des Winzers einen Wein prägen — etwa wenn man einen Syrah aus Frankreich neben einen Shiraz aus Australien stellt. Die Merkregel ist simpel: Vertikale bedeutet ein Wein über viele Jahre, Horizontale bedeutet ein Jahr über viele Weine. Beide Formate schärfen den Gaumen enorm, weil man Unterschiede im direkten Vergleich viel deutlicher erkennt als beim einzelnen Glas.

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