Sherry darf nur heißen, was aus einem Dreieck im Süden Andalusiens kommt — knapp 7.000 Hektar zwischen drei Städten. Was diesen Flecken Erde so besonders macht, ist vor allem ein Boden, der aussieht, als hätte jemand Kreide verschüttet.
Das Sherry-Dreieck auf einen Blick
- Lage
- Provinz Cádiz, Andalusien, Südwestspanien
- Die drei Städte
- Jerez de la Frontera, El Puerto de Santa María, Sanlúcar de Barrameda
- Boden
- Albariza, ein weißer Kalkmergel
- Klima
- atlantisch beeinflusst, heiße Sommer, milde Winter
- Hauptrebsorte
- Palomino
- Süße Typen
- Pedro Ximénez und Moscatel
- Herkunftsbezeichnungen
- zwei: Jerez-Xérès-Sherry und Manzanilla-Sanlúcar
Die drei Städte
Das Dreieck ist keine Marketingfigur, sondern eine Landkarte. An seinen Ecken liegen drei Städte, und in jeder von ihnen schmeckt derselbe Wein ein wenig anders.
- Jerez de la Frontera — die größte der drei, landeinwärts gelegen, mit den heißesten Sommern. Namensgeber der gesamten Bezeichnung.
- El Puerto de Santa María — an der Mündung des Guadalete, mit Seeluft und etwas milderem Klima.
- Sanlúcar de Barrameda — direkt am Atlantik, feucht und kühl. Hier reift die Manzanilla, die deshalb eine eigene Herkunftsbezeichnung trägt.
Zwischen Jerez und Sanlúcar liegen sechzig Kilometer. Sie genügen, damit aus einem Fino eine Manzanilla wird — gleiche Rebsorte, gleiches Verfahren, anderer Name.
Albariza, der weiße Boden
Wer im Sommer durch die Weinberge fährt, sieht Hänge, die in der Sonne fast blenden. Der Boden heißt Albariza, ein Kalkmergel aus abgelagerten Kieselalgen, und er ist der eigentliche Grund für die Qualität dieser Weine.
Er kann Wasser speichern wie ein Schwamm. Im Winter nimmt er den Regen auf, im Sommer bildet die austrocknende Oberfläche eine Kruste, die das Wasser darunter festhält. In einer Region mit monatelanger Trockenheit ist das der entscheidende Vorteil — die Rebe kommt an Feuchtigkeit, wenn sonst nichts mehr wächst.
Dazu kommt die helle Farbe: Albariza wirft das Sonnenlicht zurück auf die Trauben. Die besten Lagen der Region, die pagos, liegen deshalb nicht zufällig auf den weißesten Hügeln.
Eine Rebsorte für fast alles
Über neunzig Prozent der Rebfläche im Dreieck tragen Palomino. Das ist ungewöhnlich für eine Weinregion, erklärt sich aber aus dem Verfahren: Palomino bringt einen neutralen, säurearmen Grundwein hervor — und genau den braucht man, wenn der Charakter später aus der Reifung kommen soll und nicht aus der Traube.
Für die süßen Typen stehen zwei weitere Sorten: Pedro Ximénez und Moscatel. Nur bei diesen beiden werden die Trauben vor dem Pressen in der Sonne getrocknet. Für Palomino gilt das nicht — ein Irrtum, der sich hartnäckig hält.
Wie aus dem Grundwein die acht Typen werden, steht im Sherry-Leitfaden und ausführlich unter Wie Sherry gemacht wird.
Der Atlantik im Keller
Die Bodegas der Region sind hoch gebaut, mit kleinen Fenstern nach Südwesten. Das ist Absicht: Der Poniente, der feuchte Westwind vom Atlantik, soll hindurchziehen können.
Der Grund ist die Florhefe, jene lebende Schicht, unter der die hellen Typen reifen. Sie braucht Feuchtigkeit und gemäßigte Temperaturen. Je näher am Meer, desto kräftiger wächst sie — und desto salziger wird der Wein. Das ist in Sanlúcar am deutlichsten, in Jerez am wenigsten.
Sherry aus unserem Regal
Drei Flaschen aus dem Hause Emilio Hidalgo in Jerez de la Frontera stehen bei uns im Regal. Sie decken die Spanne von knochentrocken bis süß ab und sind der einfachste Weg, die Region ins Glas zu bekommen.
DREI SHERRYS VON EMILIO HIDALGO
Häufige Fragen
Die Fragen, die uns zum Sherry-Dreieck am häufigsten gestellt werden.
In der Provinz Cádiz im Südwesten Andalusiens. Seine Ecken bilden die Städte Jerez de la Frontera, El Puerto de Santa María und Sanlúcar de Barrameda. Nur Wein aus diesem Gebiet darf als Sherry bezeichnet werden.
Der weiße Kalkmergel, auf dem die besten Lagen der Region liegen. Er entstand aus abgelagerten Kieselalgen und kann Wasser speichern wie ein Schwamm: Im Winter nimmt er den Regen auf, im Sommer bildet die austrocknende Oberfläche eine Kruste, die das Wasser darunter hält. Seine helle Farbe wirft zudem Sonnenlicht auf die Trauben zurück.
Über neunzig Prozent der Fläche tragen Palomino. Die Sorte liefert einen neutralen, säurearmen Grundwein — genau das, was gebraucht wird, wenn der Charakter aus der Reifung kommen soll. Für die süßen Typen stehen Pedro Ximénez und Moscatel.
Weil die Lage am Atlantik den Wein verändert. Die feuchte, kühle Luft hält die Florhefe das ganze Jahr über kräftig, was dem Wein eine salzigere Art gibt. Derselbe Wein heißt in Sanlúcar Manzanilla und fällt unter die Bezeichnung Manzanilla-Sanlúcar de Barrameda, in Jerez dagegen Fino.
Die Region im Glas
Drei Städte, ein Boden, acht Weintypen — der Zusammenhang wird beim Vergleich im Glas deutlicher als auf jeder Karte. Genau dafür sind unsere Tastings da.




