Portwein muss nicht rot sein. White Port entsteht aus weißen Rebsorten, kommt goldgelb ins Glas und ist in Portugal vor allem eines: der Aperitif des Hauses.
Weiße Trauben, portugiesische Tradition
White Port wird aus weißen Rebsorten gekeltert — Malvasia, Gouveio, Viosinho und Rabigato gehören zu den häufigsten. Wie jeder Port wird er während der Gärung mit Weinbrand aufgespritet; danach reift er mindestens zwei bis drei Jahre, meist im Tank, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.
Dass die Gärung mitten im Prozess gestoppt wird, ist der entscheidende Schritt: Der Restzucker bleibt im Wein, der Alkohol steigt auf rund 19 bis 20 Prozent.
Goldgelb und zitrusfrisch
Im Glas zeigt White Port ein helles bis kräftiges Goldgelb, das mit den Jahren dunkler wird. In der Nase stehen Zitrusfrüchte, Pfirsich und Birne im Vordergrund, dazu eine leicht nussige Note, die mit zunehmender Reife deutlicher hervortritt.
Länger gereifte weiße Ports gehen ins Bernsteinfarbene und entwickeln Mandel- und Honignoten — sie ähneln dann eher einem Tawny als einem jungen Weißwein.
Von extra trocken bis süß
White Port gibt es in allen Süßegraden. Die Ursprungsbezeichnung Porto regelt fünf Stufen, gemessen am Restzucker in Gramm je Liter:
- Extra Seco
- 17,5 bis 40 g/l
- Seco (trocken)
- 40 bis 65 g/l
- Meio Seco (halbtrocken)
- 65 bis 85 g/l
- Doce (süß)
- 85 bis 130 g/l
- Muito Doce
- über 130 g/l
Diese Skala gilt nur für Portwein. Beim stillen Wein beginnt „trocken" bei 4 g/l — ein trockener White Port mit 50 g/l wäre als Weißwein lieblich. Wer beide Systeme verwechselt, greift zur falschen Flasche.
Serviertemperatur: 8 bis 10 °C, gut gekühlt. Dekantieren ist nicht nötig, gelagert wird kühl, dunkel und liegend.
Als Aperitif und im Portonic
In Portugal wird White Port selten nach dem Essen getrunken, sondern davor — gut gekühlt, oft mit Eis.
- Portonic — White Port, Tonic, Limette, viel Eis. Die portugiesische Antwort auf den Gin Tonic
- Als Aperitif pur, gut gekühlt im kleinen Glas
- Zu Fisch, Meeresfrüchten und hellem Geflügel, vor allem bei den trockenen Varianten
- Zu Mandeln und Oliven — der klassische portugiesische Begleiter
- Zu Fruchtdesserts bei den süßen Varianten
UNSERE WHITE PORTS
Häufige Fragen
Was uns zum White Port am häufigsten gefragt wird.
Gut gekühlt bei 8 bis 10 Grad, pur im kleinen Glas oder als Portonic mit Tonic, Limette und viel Eis. In Portugal ist White Port vor allem ein Aperitif — er kommt vor dem Essen auf den Tisch, nicht danach.
Beides gibt es. Die Ursprungsbezeichnung Porto kennt fünf Stufen von Extra Seco bis Muito Doce. Achte auf die Angabe auf dem Etikett oder auf den Restzuckerwert — bei Portwein beginnt „trocken" erst bei 40 Gramm je Liter, anders als beim stillen Wein.
Der portugiesische Longdrink aus White Port und Tonic Water, meist zu gleichen Teilen, dazu eine Scheibe Limette und viel Eis. Er ist leichter als ein Gin Tonic und hat die Fruchtsüße des Portweins. In Porto gehört er im Sommer zum Standardrepertoire jeder Bar.
Etwa zwei bis vier Wochen im Kühlschrank, fest verschlossen. Der hohe Alkoholgehalt schützt ihn, aber die frische Frucht lässt mit der Zeit nach. Trockene Varianten verlieren schneller als süße.
Portwein im Tasting erleben
White, Ruby und Tawny nebeneinander zu probieren, zeigt die Bandbreite des Portweins an einem Abend. In unseren Wein-Tastings verkosten wir sechs Weine, mit Fingerfood und Erklärungen ohne Fachchinesisch.




