China ist eines der am schnellsten wachsenden Weinländer der Welt. Moderner Weinbau begann 1892 mit der Kellerei Changyu; seit den Wirtschaftsreformen der 1980er-Jahre boomt die Branche, allen voran in Ningxia.
China hat eine jahrtausendealte Traubenkultur, doch der moderne Weinbau ist jung: 1892 gründete ein Kaufmann in Shandong die Kellerei Changyu, die erste im westlichen Stil. Richtig Fahrt nahm die Branche erst mit den Wirtschaftsreformen ab den 1980er-Jahren auf — seither ist China zu einem der flächenmäßig größten Weinländer der Welt aufgestiegen, staatlich gefördert und rasant modernisiert. Lange dominierte einfache Massenware, doch inzwischen entstehen Qualitätsweine von internationalem Rang, vor allem in Ningxia am Fuß des Helan-Gebirges, das ein eigenes Château-Klassifikationssystem eingeführt hat. Angebaut wird überwiegend Cabernet Sauvignon; als eigene Signatursorte etabliert sich zunehmend Marselan. Auch internationale Investoren wie Rothschild (Lafite) und Moët sind eingestiegen. Chinesischer Wein ist damit vom Kuriosum zum ernstzunehmenden Akteur der Weinwelt geworden — ein Riese, der gerade erst seine Qualitätsidentität findet.
Siehe auch: Reben eingraben (Winterschutz).