In sehr kalten Weinregionen — vor allem in Nordchina — werden die Rebstöcke jeden Herbst heruntergebogen und ganz mit Erde bedeckt, damit sie den Frost überstehen, und im Frühjahr wieder ausgegraben. Ein enormer Handaufwand.
Das Eingraben der Reben ist die auffälligste Besonderheit des nordchinesischen Weinbaus. Wo die Winter unter etwa −20 °C fallen, würden ungeschützte Rebstöcke erfrieren. Die Lösung ist archaisch und aufwendig: Im Spätherbst werden die Reben niedrig geschnitten, mit Muskelkraft zum Boden hinuntergebogen und komplett mit Erde bedeckt; im Frühjahr gräbt man sie wieder aus und richtet sie auf. Das geschieht Jahr für Jahr, von Hand, auf riesigen Flächen — in Ningxia, Hebei, Xinjiang und weiteren Provinzen. Der Aufwand treibt die Kosten stark nach oben. Eine faszinierende Folge: Reben lassen sich nur etwa 25 bis 30 Jahre lang biegen, danach ist der Stamm zu dick und würde brechen. Deshalb gibt es in China kaum wirklich alte Reben, wie sie anderswo — etwa im Barossa oder in Priorat — die konzentriertesten Weine liefern. Das Eingraben ist damit sowohl Chinas größte weinbauliche Bürde als auch ein prägender Teil seiner Terroir-Geschichte. Auch in Teilen Russlands und Kanadas kennt man die Methode, doch nirgends wird sie in solchem Ausmaß praktiziert wie im chinesischen Weinbau.
Siehe auch: Tana.