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RumTasting-Wissen

Jamaika-Rum

Jamaika-Rum ist der wohl markanteste Rum-Stil der Welt — bekannt für seinen intensiven „Funk", eine fruchtig-wilde Aromatik aus überreifer Banane, Ananas und Lösungsmittelnoten. Erzeugt wird dieser Charakter durch lange Fermentation, Pot-Still-Destillation und ein hohes Aufkommen an Estern, oft unter Einsatz von Dunder.

Auch bekannt als: Jamaica Rum, Jamaican Rum, High-Ester-Rum, Hogo, Funk

Der Ruf Jamaikas gründet auf einem Wort: Funk. Gemeint ist eine kräftige, fruchtig-wilde Aromatik, die Kenner als „Hogo" bezeichnen — abgeleitet vom französischen haut goût, ursprünglich für den strengen Duft von abgehangenem Wild. Verantwortlich dafür sind Ester, aromatische Verbindungen, die bei langer Fermentation und der Destillation in kupfernen Pot Stills entstehen. Manche Brennereien, allen voran Hampden Estate, treiben das mit dem Dunder-Verfahren auf die Spitze: Rückstände früherer Destillationen reifen in offenen Gruben, dem Muck Pit, und werden der Maische zugesetzt. Das Ergebnis wird in „Marks" gemessen — Ester-Stufen, die bis zum gesetzlichen Maximum von 1600 Gramm je Hektoliter reichen. Die höchsten Stufen sind pur kaum trinkbar und dienen zum Aromatisieren und Blenden. Wichtig zur Einordnung: Dieser Funk ist kein Produktionsfehler, sondern das Ergebnis bewusst gesteuerter, jahrhundertealter Verfahren. Traditionell wird Jamaika-Rum aus Melasse in Pot Stills gebrannt; nur noch wenige Brennereien wie Hampden oder Worthy Park pflegen den historischen Stil, während der Großteil des Weltmarkts ihn in kleinen Mengen zum Würzen leichterer Rums nutzt.

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