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Rum

Melasse

Melasse ist der zähe, dunkelbraune Sirup, der als Nebenprodukt bei der Zuckergewinnung aus Zuckerrohr übrig bleibt. Sie ist der wichtigste Rohstoff für Rum: Rund 95 Prozent des weltweiten Rums werden aus Melasse gebrannt. Trotz ihres eher bitteren Geschmacks enthält sie genug Zucker für die alkoholische Gärung.

Auch bekannt als: Zuckerrohrmelasse, Blackstrap, Rohrzuckermelasse

Wenn aus Zuckerrohrsaft Zucker gewonnen wird, kocht man den Saft mehrfach ein, bis sich Zuckerkristalle bilden. Was nach dem letzten wirtschaftlich sinnvollen Kristallisationsschritt übrig bleibt, ist Melasse — eine hochviskose Masse mit einem Zuckeranteil von bis zu 60 Prozent. Für die Zuckerindustrie ein Reststoff, für den Rum der Ausgangspunkt. Der Grund für ihre Dominanz ist Geschichte und Ökonomie zugleich: Die ersten Brennereien der Karibik entstanden direkt neben den Zuckerfabriken, wo die Melasse ohnehin anfiel und sich hervorragend lagern ließ. So wurde aus einem Abfallprodukt der Rohstoff einer ganzen Spirituosengattung. Melasse-Rum — auch Rum traditionnel genannt — gilt als der klassische, oft schwere und würzige Rum-Typ mit Noten von Karamell, Toffee und Lakritz. Er bildet den Gegenpol zum selteneren Rhum Agricole aus frischem Zuckerrohrsaft. Für die Gärung wird die Melasse mit Wasser und Hefe zu einer Maische verarbeitet; die Hefe wandelt den Zucker in Alkohol um, bevor destilliert wird.

Siehe auch: Bagasse, Congeners.

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