Navy Rum ist der dunkle, kräftige Rum-Stil in der Tradition der britischen Royal Navy, die ihren Seeleuten von 1655 bis 1970 eine tägliche Rum-Ration ausgab. Typisch ist ein vollmundiger Blend aus karibischen Rums, vor allem aus Jamaika, Barbados und Guyana. Die tägliche Ration hieß „Tot", verdünnt wurde sie zum „Grog".
Die Geschichte des Navy Rum beginnt 1655, als die Royal Navy nach der Eroberung Jamaikas begann, ihren Seeleuten Rum statt Bier auszugeben — Rum verdarb nicht und ließ sich an Bord besser lagern. 1731 wurde die tägliche Ration offiziell festgeschrieben. 1740 ließ Admiral Edward Vernon den Rum mit Wasser strecken, um die Trunkenheit an Bord zu dämpfen — die Geburtsstunde des „Grog". Die Ration, der „Tot", betrug zuletzt ein Achtel Pint bei rund 54,5 Prozent; einfache Ränge bekamen ihn verdünnt, höhere pur. Am 31. Juli 1970 war Schluss: Der „Black Tot Day" beendete die über 300 Jahre alte Tradition, weil starker Alkohol nicht mehr zum Dienst an komplexen Waffensystemen passte. Manche Seeleute trugen schwarze Armbinden oder hielten Scheinbeerdigungen für den Tot. Als Stil steht Navy Rum bis heute für einen dunklen, würzigen, vollmundigen Blend — historisch aus Jamaika, Barbados und Guyana zusammengestellt. Nicht zu verwechseln ist der Stil mit der Navy Strength: Navy Rum meint den Charakter und die Herkunft, Navy Strength die Trinkstärke.