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Wein

Spätlese

Spätlese ist die zweite deutsche Prädikatsstufe und bezeichnet Weine aus später gelesenen, vollreifen Trauben. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet und Rebsorte bei etwa 76 bis 90 Grad Öchsle. Eine Spätlese ist nicht zwangsläufig süß – sie kann trocken bis edelsüß ausgebaut werden.

Auch bekannt als: Spätlesewein, spät gelesen

Die Spätlese steht eine Stufe über dem Kabinett: Die Trauben hängen länger am Stock und entwickeln mehr Zucker, Aroma und Extrakt. Der Name meint genau das – eine späte Lese vollreifer Trauben. Wie alle Prädikatsweine darf sie nicht angereichert werden.

Kaum ein Weinbegriff wird so oft missverstanden: Spätlese ist keine Geschmacksangabe. Das höhere Mostgewicht kann vollständig zu einem trockenen Wein durchgegoren werden – dann ergibt sich mehr Körper und Alkohol statt Süße. Eine „Spätlese trocken" ist ein kraftvoller, reifer Wein, eine fruchtige Spätlese behält einen Teil des Zuckers als Restsüße.

Damit ist die Spätlese eine der vielseitigsten Stufen: vom straffen trockenen Riesling bis zum elegant fruchtsüßen Wein reicht das Spektrum, je nachdem wie der Winzer die Gärung führt.

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