Time2Taste Lexikon


Mostgewicht

Das Mostgewicht gibt die Dichte des Traubenmosts im Vergleich zu Wasser an und ist ein indirektes Maß für den gelösten Zucker in den reifen Trauben. Gemessen wird es in Deutschland in Grad Öchsle. Je höher das Mostgewicht, desto reifer die Trauben und desto höher das spätere Alkohol- oder Süßepotenzial des Weins.

Auch bekannt als: Öchsle, Grad Öchsle, Öchslegrad, Oechsle, Mostgewichte

Das Mostgewicht ist eine der wichtigsten Kennzahlen bei der Weinlese. Es beschreibt, wie viel gelöster Zucker und Extrakt im unvergorenen Traubensaft steckt, dem Most. Weil Zucker schwerer ist als Wasser, steigt mit dem Zuckergehalt auch die Dichte des Mosts – und genau diese Dichte wird als Mostgewicht gemessen.

In Deutschland, der Schweiz und Luxemburg wird das Mostgewicht in Grad Öchsle (°Oe) angegeben. Ein Grad Öchsle bedeutet, dass ein Liter Most um ein Gramm schwerer ist als ein Liter Wasser: 85 °Öchsle entsprechen einer Dichte von 1,085 g/ml. Gemessen wird mit der Mostwaage, einem Schwimmkörper im Most, oder schneller mit dem Refraktometer, das die Lichtbrechung eines Safttropfens auswertet. In Österreich rechnet man in Grad KMW (rund ein Fünftel des Öchslewerts), international in Grad Brix.

Das Mostgewicht entscheidet über die gesetzliche Qualitätsstufe: Erst ab bestimmten Öchslegraden darf ein Wein als Qualitätswein oder als Prädikatswein mit Stufen wie Kabinett, Spätlese oder Auslese bezeichnet werden. Die genauen Grenzwerte hängen vom Anbaugebiet und der Rebsorte ab. Ein hohes Mostgewicht steht für Reife und Potenzial, ist aber allein noch kein Garant für einen großartigen Wein – Säure, Aroma und Gesundheit der Trauben zählen ebenso.

← Zurück zum Lexikon