Die Farbe des Whiskys stammt vor allem vom Fasstyp, nicht vom Alter: Sherryfässer färben dunkel, Bourbonfässer hell. Scotch und Irish dürfen zusätzlich mit Zuckerkulör (E150a) nachgefärbt werden — US-Bourbon dagegen nicht.
Ein weit verbreiteter Irrtum: Ein dunkler Whisky sei automatisch älter oder hochwertiger. Beides stimmt nicht. Die Farbe verrät vor allem eines — den Fasstyp. Ein Whisky aus dem Sherryfass wird von Natur aus dunkel und rotbraun, einer aus dem Bourbonfass bleibt hell und goldgelb, ganz unabhängig vom Alter. Dann kommt der Punkt, der viele überrascht: Scotch und Irish Whisky dürfen gesetzlich mit Zuckerkulör (der Lebensmittelfarbe E150a) nachgefärbt werden — meist zur optischen Vereinheitlichung, damit jede Charge einer Marke gleich aussieht. Nur E150a ist erlaubt, es gilt als geschmacksneutral, und außer Wasser und dieser Farbe darf dem Scotch nichts zugesetzt werden. Ganz anders in den USA: Bourbon und jeder „Straight"-Whiskey dürfen keinerlei Färbung enthalten — ihre Farbe ist immer echt und stammt vom frisch ausgekohlten Eichenfass. Für den Käufer heißt das: Farbe ist kein verlässlicher Qualitätsmaßstab. In Deutschland muss die Zugabe von Zuckerkulör übrigens auf dem Etikett stehen, in vielen anderen Ländern nicht — ein Blick aufs Kleingedruckte lohnt sich also.
Siehe auch: Whiskyfässer.