Cream ist der Sherry, den die meisten im Kopf haben, wenn sie das Wort hören: dunkel, süß, samtig. Dabei ist er der einzige Typ dieser Familie, der seine Süße nicht aus der Traube bekommt, sondern zugesetzt — und darunter steckt ein knochentrockener Wein.
Cream auf einen Blick
- Herkunft
- D.O. Jerez-Xérès-Sherry, Andalusien
- Rebsorte
- Palomino, zum Süßen Pedro Ximénez
- Alkohol
- 15 bis 22 Volumenprozent
- Restzucker
- 115 bis 140 Gramm je Liter
- Entstehung
- trockener Oloroso, mit Süßwein verschnitten
- Farbe
- dunkles Bernstein bis Mahagoni
- Trinktemperatur
- 12 bis 14 °C
- Nach dem Öffnen
- mehrere Wochen
Werte nach dem Pliego de Condiciones der D.O. Jerez-Xérès-Sherry.
Ein trockener Wein, der süß gemacht wird
Am Anfang steht ein Oloroso: an der Luft gereift, dunkel, nussig — und mit unter vier Gramm Restzucker trocken wie ein Weißwein. Erst danach kommt der Süßwein dazu, meist aus Pedro Ximénez, dessen Trauben vor dem Pressen in der Sonne getrocknet wurden.
Dieser Verschnitt heißt cabeceo, und er ist der Grund für den häufigsten Sherry-Irrtum überhaupt: dass ein dunkler Sherry süß sein müsse. Die Farbe kommt von jahrelangem Luftkontakt im Fass, nicht vom Zucker. Ein Oloroso ist genauso dunkel und trotzdem trocken. Wo die Typen stehen, zeigt der Sherry-Leitfaden.
Cream, Pale Cream, Amoroso
Drei Begriffe, die oft durcheinandergehen:
- Cream — Grundlage ist ein dunkler, oxidativ gereifter Wein. 115 bis 140 Gramm Restzucker. Das ist die Kategorie, um die es hier geht.
- Pale Cream — Grundlage ist ein heller, unter Flor gereifter Wein. 50 bis unter 115 Gramm Restzucker. Süß, aber blass im Glas.
- Amoroso — ein alter Handelsbegriff für gesüßten Oloroso, vor allem aus dem britischen Markt. Die D.O. kennt ihn heute nicht mehr als eigene Kategorie.
Wonach Cream schmeckt
Im Glas dunkles Bernstein mit mahagonifarbenen Rändern. In der Nase Rosine, Feige, Walnuss, Karamell und ein Hauch Orangenschale. Am Gaumen voll und samtig, mit einer Süße, die von der Nussigkeit des Grundweins getragen wird und deshalb selten aufdringlich wirkt.
Wem das zu viel ist, findet in der Kategorie Medium die Stufe darunter. Wer noch süßer mag, bleibt beim reinen Pedro Ximénez.
CREAM AUS UNSEREM SORTIMENT
Servieren und aufbewahren
12 bis 14 °C, gern auch auf Eis — Cream ist einer der wenigen Weine, denen ein Eiswürfel nicht schadet, sondern die Süße angenehm streckt. Ein Weißweinglas reicht völlig.
Der Wein hat seine Oxidation hinter sich, bevor er in die Flasche kam. Angebrochen hält er deshalb mehrere Wochen, im Kühlschrank auch länger. Das unterscheidet ihn grundlegend von Fino und Manzanilla.
Wozu Cream passt
Der Klassiker ist das Ende des Essens: Schokoladendessert, Käsekuchen, Crème brûlée, Vanilleeis. Wichtig ist dabei eine Regel, die für alle Süßweine gilt — der Wein muss mindestens so süß sein wie die Speise, sonst wirkt er dünn.
Unterschätzt wird Cream zu kräftigem Käse. Blauschimmel und Cream sind ein Paar, das dem klassischen Portwein-Stilton in nichts nachsteht. Und pur, gut gekühlt, ist er am späten Abend ein Digestif, für den man kein Dessert braucht.
Häufige Fragen
Die Fragen, die uns zu Cream Sherry am häufigsten gestellt werden.
Zwischen 115 und 140 Gramm Restzucker je Liter. Das ist deutlich süßer als ein lieblicher Weißwein, bleibt aber unter dem reinen Pedro Ximénez, der bei 160 Gramm beginnt und weit darüber liegen kann.
Aus einem trockenen Oloroso, dem nachträglich Süßwein zugesetzt wird, meist aus Pedro Ximénez. Der Grundwein hat unter vier Gramm Restzucker und ist damit knochentrocken. Erst der Verschnitt, auf Spanisch cabeceo, macht daraus einen Cream.
Der Grundwein. Cream entsteht aus einem dunklen, an der Luft gereiften Wein und hat 115 bis 140 Gramm Restzucker. Pale Cream entsteht aus einem hellen, unter Flor gereiften Wein und liegt zwischen 50 und unter 115 Gramm. Pale Cream ist also heller und weniger süß.
Zu Desserts mit Schokolade, Karamell oder Vanille, wobei der Wein mindestens so süß sein sollte wie die Speise. Unterschätzt wird er zu kräftigem Käse: Blauschimmel und Cream sind ein Paar, das dem klassischen Portwein-Stilton in nichts nachsteht. Gut gekühlt funktioniert er auch pur als Digestif.
Süß neben trocken probieren
Wie weit Sherry auseinandergeht, merkt man erst, wenn ein Cream und ein Fino nebeneinander im Glas stehen. Genau dafür sind unsere Tastings da.




