Die Auslese ist eine der sechs Prädikatsstufen im deutschen Weinrecht und steht für Weine aus vollreifen, oft handverlesenen Trauben mit hohem Mostgewicht. Unreife und kranke Beeren werden dabei aussortiert — daher der Name. Auslesen sind meist edelsüß und konzentriert, können von großen Winzern aber auch trocken ausgebaut werden.
Der Name verrät schon, worum es geht: Bei der Auslese wird ausgelesen. Für diese Prädikatsstufe erntet der Winzer nur die vollreifsten Trauben und sortiert unreife oder kranke Beeren mit der Hand aus — eine mühsame, aber lohnende Arbeit, die einen besonders konzentrierten Wein ergibt.
Die Auslese steht in der deutschen Qualitätspyramide über Kabinett und Spätlese. Ihr Mostgewicht — der natürliche Zuckergehalt der Trauben bei der Lese — ist entsprechend höher, die genauen Grenzwerte legt jedes Anbaugebiet für sich fest. Häufig spielt bei einer Auslese schon die Edelfäule (Botrytis) eine Rolle: Der Pilz durchdringt die reifen Beeren, entzieht ihnen Wasser und konzentriert Zucker und Aromen — daher die typischen Honig- und Trockenfruchtnoten.
Auch hier gilt das Missverständnis, das die ganze Prädikatsleiter begleitet: Eine Auslese ist nicht automatisch süß. Der Schwerpunkt liegt zwar auf der fruchtig-süßen Seite, und viele Auslesen werden edelsüß ausgebaut. Aber große Winzer keltern aus dem hochreifen Lesegut auch mächtige, trockene Spitzenweine. Ob süß oder trocken, verrät dir die Angabe auf dem Etikett. In jedem Fall ist eine Auslese ein Wein mit Fülle, feiner Säure und oft beeindruckender Lagerfähigkeit.
Siehe auch: Süßwein.