Beerenauslese ist eine der höchsten deutschen Prädikatsstufen und steht für edelsüße Weine aus einzeln verlesenen, überreifen und meist edelfaulen Beeren. Das Mindestmostgewicht liegt je nach Anbaugebiet und Rebsorte bei etwa 110 bis 128 Grad Öchsle. Beerenauslesen sind konzentrierte, langlebige Dessertweine mit ausgeprägter Süße.
Für eine Beerenauslese, kurz BA, werden einzelne überreife Beeren von Hand selektiert – oft solche, die von der Edelfäule Botrytis cinerea befallen sind. Der Pilz durchdringt die Beerenhaut, das Wasser verdunstet, und Zucker, Säure und Aroma konzentrieren sich. Das Ergebnis ist ein Mostgewicht, das weit über dem einer Auslese liegt.
Anders als bei den niedrigeren Prädikaten ist eine Beerenauslese praktisch immer edelsüß: Die Zuckermenge ist so hoch, dass die Hefe sie bei der Gärung nicht vollständig in Alkohol umwandeln kann. Zurück bleibt ein dichter, süßer Wein mit moderatem Alkohol und tragender Säure.
Beerenauslesen entstehen nur in geeigneten Jahrgängen, sind aufwendig in der Handlese und entsprechend selten. Sie gelten als große Dessertweine mit einem Reifepotenzial von vielen Jahrzehnten.