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SchaumweinTasting-WissenWein

Geschmacksangaben

Die Geschmacksangaben auf dem Weinetikett — trocken, halbtrocken, lieblich und süß — sind EU-weit gesetzlich definiert und richten sich nach dem Restzucker im Wein, gemessen in Gramm pro Liter. Entscheidend ist dabei auch die Säure: Ein Wein mit viel Säure darf mehr Restzucker haben und trotzdem trocken heißen. Die beliebte Angabe feinherb ist dagegen rechtlich nicht geregelt.

Auch bekannt als: trocken, halbtrocken, feinherb, lieblich, süß, Geschmacksrichtung

Du stehst vor dem Weinregal, liest trocken, halbtrocken, feinherb — und fragst dich, was das genau heißt. Die gute Nachricht: Hinter den meisten dieser Begriffe steckt eine klare EU-Verordnung. Die überraschende: Ausgerechnet der beliebteste deutsche Begriff ist gar nicht geregelt.

Grundlage ist der Restzucker — der natürliche Traubenzucker, der nach der Gärung im Wein bleibt, angegeben in Gramm pro Liter (g/l). Grob gilt: Trocken bis 4 g/l, halbtrocken bis 12 g/l, lieblich bis 45 g/l, süß darüber. Doch hier kommt die entscheidende Feinheit, die kaum jemand kennt: Die Säure zählt mit. Ein Wein darf bis zu 9 g/l Restzucker haben und trotzdem trocken heißen — solange seine Säure höchstens 2 g/l darunter liegt. Der Grund ist sensorisch klug: Säure gleicht Süße aus. Ein Riesling mit 8 g/l Zucker und knackiger Säure schmeckt trockener als ein säurearmer Wein mit demselben Zuckerwert. Bei halbtrocken gilt dieselbe Logik: bis 18 g/l erlaubt, wenn die Säure entsprechend hoch ist.

Und dann ist da feinherb — der Liebling deutscher Etiketten. Anders als die vier offiziellen Stufen ist feinherb rechtlich nicht definiert; ein Gerichtsurteil erlaubte den Begriff 2003, ohne feste Grammgrenzen. In der Praxis liegt er meist zwischen halbtrocken und leicht lieblich (etwa 15 bis 25 g/l). Erfunden haben ihn Moselwinzer als sympathischere Alternative zum unbeliebten Wort halbtrocken. Übrigens: Beim Schaumwein gelten ganz andere Werte — dort enthält selbst trocken (Sec) noch spürbar Zucker, weil die Kohlensäure die Süße überdeckt.

Siehe auch: Aromarad, Umami.

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