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Tasting-WissenWein

Barrique

Ein Barrique ist ein kleines Eichenfass mit meist 225 Litern Inhalt, in dem Wein reift. Durch den Kontakt mit dem Holz nimmt der Wein Aromen wie Vanille, Röstnoten und Gewürze auf und wird durch den geringen Sauerstoffeintrag runder und lagerfähiger. Der Begriff stammt aus dem Bordeaux, wo dieses Fassmaß seinen Ursprung hat.

Auch bekannt als: Barriquefass, Holzfass

Vanille, Karamell, ein Hauch Rauch und Gewürz — wenn du diese Noten in einem kräftigen Rotwein findest, stammen sie meist nicht aus der Traube, sondern aus dem Barrique. Dieses kleine Eichenfass ist eines der wichtigsten Werkzeuge, mit denen ein Winzer den Charakter seines Weins formt.

Das klassische Barrique fasst 225 Liter — ein bewusst kleines Maß, denn je kleiner das Fass, desto größer das Verhältnis von Holzoberfläche zu Wein und desto intensiver der Austausch. Zwei Dinge geschehen dabei. Erstens gibt das Holz Aromastoffe ab: Wie stark, hängt vom Toasting ab, dem Ausbrennen der Fassinnenseite über Feuer. Leicht getoastet bringt zarte Vanille, stark getoastet kräftige Röst- und Rauchnoten. Zweitens lässt das Holz in winzigen Mengen Sauerstoff durch — diese sanfte Mikro-Oxidation macht die Tannine geschmeidiger und den Wein runder.

Entscheidend ist auch das Alter des Fasses: Ein neues Barrique gibt viel Aroma ab, ein zwei- oder dreimal belegtes deutlich weniger — es dient dann eher der Reifung als der Aromatisierung. Ein guter Winzer dosiert das bewusst, denn zu viel Holz überdeckt die Frucht. Das Barrique passt vor allem zu kräftigen Rotweinen und manchen Weißweinen wie Chardonnay; ein filigraner Riesling dagegen käme unter dem Holz zu kurz und reift besser im neutralen Stahltank.

Siehe auch: Holzchips, Slawonien, Rubin.

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