Orange Wine ist Weißwein, der wie ein Rotwein hergestellt wird: Der Most bleibt lange auf der Maische, also im Kontakt mit den Traubenschalen. Dadurch nimmt er Farbe (von Gold bis Bernstein), Tannin und Struktur auf. Der Name beschreibt die Farbe, nicht die Frucht. Die Methode ist uralt und stammt ursprünglich aus Georgien.
Weder Weiß noch Rosé, sondern bernsteinfarben — Orange Wine ist einer der spannendsten Weintrends der letzten Jahre und dabei uralt. Die Idee ist so simpel wie ungewöhnlich: Man macht Weißwein nach der Methode für Rotwein.
Normalerweise wird bei Weißwein der Saft sofort von den Schalen getrennt, damit er hell und klar bleibt. Beim Orange Wine passiert das Gegenteil: Die weißen Trauben bleiben mitsamt Schalen lange auf der Maische — von einigen Tagen bis zu vielen Monaten. In dieser Zeit lösen sich Farbstoffe, Tannine und Aromen aus den Schalen, genau wie beim Rotwein. Das Ergebnis ist ein Wein von goldener bis tief bernsteinfarbener Tönung, mit spürbarem Gerbstoff und kräftiger Struktur — etwas, das man von Weißwein sonst nicht kennt. Geschmacklich wird er oft als herb, nussig, nach Dörrobst und mit einer leichten Herbe beschrieben.
Wichtig zur Einordnung, weil drei Begriffe gern verwechselt werden: Orange Wine beschreibt die Methode (Maischestandzeit) und die Farbe — nicht die Herstellungsphilosophie. Er ist oft, aber nicht zwingend ein Naturwein, und er wird gern, aber nicht immer in der Amphore ausgebaut. Der Ursprung liegt in Georgien, wo Weißwein seit Jahrtausenden in eingegrabenen Tongefäßen (Qvevri) auf der Maische vergoren wird — die wohl älteste Weinbereitung der Welt. Heute ist Orange Wine ein moderner Trend, der genau diese Tradition wiederbelebt. Ein Wein für Neugierige, der am besten zu kräftigem Essen passt und ruhig etwas wärmer als üblicher Weißwein getrunken wird.
Siehe auch: Bernsteinwein, Goriška Brda (Brda).