Rosé ist ein blassrosa bis lachsfarbener Wein aus roten Trauben, der nur kurz Kontakt zu den Traubenschalen hat. Dadurch nimmt der Saft etwas Farbe auf, bleibt aber weit heller als Rotwein. Rosé ist kein Gemisch aus Rot- und Weißwein — diese Mischung ist bei Stillwein in der EU sogar verboten. Die Ausnahme ist Rosé-Champagner, der gemischt werden darf.
Zartrosa im Glas, frisch und unkompliziert — Rosé ist der Inbegriff von Sommer, Terrasse und Leichtigkeit. Doch wie entsteht diese Farbe zwischen Weiß und Rot? Die Antwort räumt gleich mit einem hartnäckigen Irrtum auf.
Rosé wird aus roten Trauben gemacht, nicht aus einer Mischung. Der Schlüssel liegt in der Kontaktzeit mit den Schalen, denn dort sitzt der Farbstoff. Bei Rotwein bleibt der Saft lange auf der Maische und wird tiefrot; bei Rosé lässt man ihm nur wenige Stunden Schalenkontakt, dann wird abgepresst — gerade genug für einen zarten Rosaton. Es gibt zwei gängige Wege: die Direktpressung, bei der rote Trauben wie für Weißwein sofort schonend gepresst werden (ergibt sehr helle, blasse Rosés), und die Saignée-Methode, bei der man einen Teil des Safts früh aus einem Rotwein-Ansatz bluten lässt (ergibt kräftigere, farbintensivere Rosés).
Und hier der wichtige Irrtum: Ein stiller Rosé ist kein verschnittener Rot- und Weißwein. Diese Mischung ist in der EU für Stillwein sogar ausdrücklich verboten. Die einzige große Ausnahme ist der Rosé-Champagner (und manch anderer Schaumwein), bei dem das Zusammenfügen von Weiß- und Rotwein erlaubt und sogar üblich ist. Geschmacklich liegt guter Rosé zwischen den Welten: die Frische und Säure eines Weißweins, dazu ein Hauch der roten Frucht. Er wird gut gekühlt getrunken, passt zu leichter Küche und muss nicht lange reifen — Rosé lebt von Jugend und Frische. Besonders berühmt sind die blassen, eleganten Rosés aus der Provence.
Siehe auch: Bardolino.
Siehe auch: Negroamaro.
Siehe auch: Rhône, Loire, Œil-de-Perdrix.