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Tasting-WissenWein

Amphorenwein

Amphorenwein ist Wein, der in großen Tongefäßen (Amphoren) vergoren oder ausgebaut wird — eine der ältesten Weinbereitungsmethoden überhaupt. Der Ton gibt, anders als Holz, keine Eigenaromen ab, sodass der Wein besonders puristisch schmeckt. Das georgische Qvevri, ein in die Erde eingegrabenes Tongefäß, ist die bekannteste Form und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Auch bekannt als: Qvevri, Kvevri, Tonamphore

Bevor es Stahltanks und Eichenfässer gab, reifte Wein in Ton — und seit einigen Jahren feiert diese uralte Methode ein eindrucksvolles Comeback. Amphorenwein wird in großen Tongefäßen vergoren oder ausgebaut, oft nach einem Verfahren, das über 8.000 Jahre alt ist und in Georgien seinen Ursprung hat.

Der Reiz des Tons liegt in seiner Neutralität: Anders als ein Barrique gibt Ton keine eigenen Aromen ab. Der Wein schmeckt dadurch besonders pur, nach sich selbst. Zugleich ist Ton leicht porös und lässt — ähnlich wie Holz, aber ohne Holzgeschmack — etwas Sauerstoff durch, was dem Wein eine sanfte Reifung erlaubt. Das bekannteste Gefäß ist das georgische Qvevri (auch Kvevri geschrieben), eine bauchige Tonamphore, die zum Gären in die Erde eingegraben wird. Die Qvevri-Weinkultur wurde von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Hier lohnt eine wichtige Klarstellung, denn drei Begriffe werden ständig verwechselt: Amphorenwein, Orange Wine und Naturwein sind nicht dasselbe. Amphorenwein bezeichnet nur das Gefäß — er kann weiß, rot oder orange sein. Viele georgische Qvevri-Weißweine sind zugleich Orange Wines, weil sie lange auf der Maische gären und dadurch Farbe und Tannin bekommen. Aber es gibt Orange Wines ohne Amphore und Amphorenweine, die nicht orange sind. Prägend für den Charakter ist übrigens weniger das Tongefäß als die lange Maischestandzeit.

Siehe auch: Retsina, Rebula (Ribolla Gialla), Anatolien (Wiege des Weins), Karas (armenische Tonamphore).

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