Time2Taste Lexikon


SchaumweinTasting-WissenWein

Grand Cru

Grand Cru (französisch großes Gewächs) bezeichnet die höchste Qualitätsstufe im französischen Weinbau. Der Begriff bedeutet aber je nach Region etwas völlig anderes: Im Burgund meint er eine Spitzenlage, im Bordeaux ein klassifiziertes Weingut, in der Champagne eine ganze Gemeinde und im Elsass eine Hanglage. Das deutsche Pendant ist das Große Gewächs.

Auch bekannt als: Großes Gewächs, Premier Cru, Cru Classé

Kaum ein Begriff verspricht so viel Prestige wie Grand Cru — und kaum einer wird so oft missverstanden. Denn die entscheidende Wahrheit lautet: Grand Cru bedeutet nicht überall dasselbe. Wer das weiß, liest französische Etiketten plötzlich mit ganz anderen Augen.

Im Burgund bezeichnet Grand Cru eine konkrete Weinbergslage — ein genau abgegrenztes Stück Erde, das 1935 als Spitzenlage klassifiziert wurde. Berühmte Namen wie Chambertin oder Montrachet sind solche Lagen, und jede ist zugleich eine eigene Appellation. Im Bordeaux dagegen meint Grand Cru (genauer: Cru Classé) ein Weingut, ein Château — die berühmte Klassifikation von 1855 teilte die besten Güter des Médoc in fünf Ränge ein, von denen fünf Häuser den Spitzentitel Premier Grand Cru Classé tragen. In der Champagne ist es wieder anders: Dort wird eine ganze Gemeinde als Grand Cru eingestuft, nicht eine Lage oder ein Haus. Und im Elsass bezeichnet der Begriff eine Hanglage, seit 1975 für Spitzenweine aus Riesling, Gewürztraminer, Pinot Gris und Muscat.

Und hier die ehrliche Einordnung, die kein Prestige-Etikett verrät: Eine Grand-Cru-Lage garantiert nicht automatisch den besten Wein. Im Burgund teilen sich die berühmte Lage Clos de Vougeot rund 80 Winzer — und sie bringen höchst unterschiedliche Qualität hervor. Die Lage schafft das Potenzial, aber erst der Winzer macht daraus einen großen Wein. Das deutsche Gegenstück heißt übrigens Großes Gewächs, die Spitzenstufe der VDP-Weingüter.

Siehe auch: Bordeaux, Burgund, Elsass.

← Zurück zum Lexikon