Nebbiolo ist die edelste rote Rebsorte des Piemont und die Grundlage der berühmten Weine Barolo und Barbaresco. Sie ergibt hellrote, aber extrem tannin- und säurereiche Weine mit enormem Lagerpotenzial. Typisch sind Aromen von Rose, Veilchen, Kirsche, dazu Teer, Trüffel und Leder. Der Name kommt vermutlich vom italienischen „nebbia" (Nebel).
Nebbiolo ist ein Wein voller Widersprüche — und genau das macht ihn zu einem der faszinierendsten Rotweine überhaupt. Schon der Name ist poetisch: Er leitet sich vermutlich vom italienischen „nebbia" (Nebel) ab, weil zur Lesezeit im Oktober oft dichter Nebel über den Hügeln des Piemont liegt.
Der erste Widerspruch zeigt sich im Glas: Nebbiolo ist hell, fast durchscheinend wie ein Spätburgunder — und doch steckt darin ein enormes Gerüst aus Tannin und Säure, das die Weine jung fast streng und verschlossen wirken lässt. Erst mit den Jahren öffnen sie sich zu großer Eleganz. Die Aromen sind ätherisch und vielschichtig: Rose und Veilchen, rote Früchte, dazu die typischen Noten von Teer, Trüffel, Leder und Tabak, die gereifte Weine so unverwechselbar machen.
Ihre Heimat ist das Piemont im Nordwesten Italiens, und hier bringt sie die zwei berühmtesten Weine der Region hervor: den Barolo, den „König der Weine", und den etwas zugänglicheren Barbaresco — beide zu hundert Prozent aus Nebbiolo. Die Sorte ist anspruchsvoll und spät reifend und gedeiht fast nur auf den kalkhaltigen Böden des Piemont; Versuche, sie anderswo anzubauen, scheiterten meist. Wie der Spätburgunder ist sie eine echte Terroir-Sorte, die ihre Herkunft präzise ins Glas bringt. Ein Wein für Geduldige — und für alle, die Eleganz über Kraft stellen.
Siehe auch: Piemont.
Siehe auch: Barolo, Barbaresco.
Siehe auch: Dolcetto.
Siehe auch: Aglianico, Nerello Mascalese, Aostatal, Xinomavro, Rubin.