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Tasting-WissenWein

Primitivo

Primitivo ist die Vorzeigerebsorte Apuliens in Süditalien und liefert kräftige, fruchtbetonte Rotweine mit hohem Alkoholgehalt. Typisch sind Aromen von Brombeere, Kirsche, Feige und Gewürzen. Die Sorte ist genetisch identisch mit dem kalifornischen Zinfandel — beide stammen ursprünglich aus Kroatien. Der Name kommt von „primativus" (der Erste), weil sie früh reift.

Auch bekannt als: Crljenak Kaštelanski, Tribidrag, Zagarese, Pribidrag, Kratošija, Kratosija

Primitivo klingt nach etwas Ursprünglichem und Kraftvollem — und genau das ist dieser Wein. Doch der Name führt in die Irre: Er hat nichts mit „primitiv" zu tun, sondern kommt vom lateinischen „primativus", also „der Erste", weil die Sorte früh reift. Und hinter dem apulischen Klassiker steckt eine Geschichte, die halb Europa umspannt.

Denn Primitivo aus Apulien und der kalifornische Zinfandel sind genetisch identisch — dieselbe Rebsorte, zwei Namen, zwei Länder. Das wurde per DNA-Analyse nachgewiesen und löste einen regelrechten Herkunftsstreit zwischen Italien und den USA aus, weil beide die Sorte als „ihre" beanspruchten. Die überraschende Auflösung: Der wahre Ursprung liegt in Kroatien, wo die Rebe unter dem zungenbrecherischen Namen Crljenak Kaštelanski wächst. Von dort gelangte sie einst nach Apulien und über Auswanderer nach Kalifornien.

Im Glas ist Primitivo tiefdunkel, kräftig und fruchtbetont: üppige Aromen von Brombeere, Kirsche, Pflaume und Feige, dazu Gewürznoten von Zimt, Nelke und Pfeffer und ein oft leicht süßlicher Schmelz, obwohl der Wein trocken ausgebaut ist. Mit häufig 14 bis 15 Prozent Alkohol ist er ein wärmender, vollmundiger Genuss. Seine Heimat ist der Stiefelabsatz Italiens, besonders die Zone Manduria (Primitivo di Manduria). Ob als apulischer Primitivo oder kalifornischer Zinfandel — es ist dieselbe sonnengereifte Traube, die kräftige, unkomplizierte Freude ins Glas bringt.

Siehe auch: Dalmatien, Plavac Mali, Nordmazedonischer Weinbau.

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