Rum wird traditionell in drei Stile eingeteilt — den spanischen (leicht, süß), den englischen (kräftig, würzig) und den französischen Stil (Rhum Agricole, grasig-trocken). Diese Einteilung nach den früheren Kolonialmächten ist verbreitet, gilt fachlich aber als überholt: Der Geschmack hängt von weit mehr Faktoren ab als der Herkunftssprache.
Die klassische Dreiteilung ordnet Rum nach den ehemaligen Kolonialmächten der Karibik. Der spanische Stil (Ron) aus Ländern wie Kuba, der Dominikanischen Republik oder Venezuela gilt als leicht, mild und süßlich, meist aus Melasse in Column Stills gebrannt. Der englische Stil (Rum) aus Jamaika, Barbados oder Guyana ist kräftig, dunkel und würzig, oft aus Pot Stills. Der französische Stil steht für den Rhum Agricole aus Zuckerrohrsaft. So griffig diese Ordnung klingt, so ungenau ist sie. Fachlich gilt sie als überholt — und das ist die eigentliche Erkenntnis: Der Charakter eines Rums entsteht aus dem Zusammenspiel vieler Faktoren — Rohstoff, Gärdauer, Brennverfahren, Fasstyp, Reifedauer und Klima. Diese unterscheiden sich von Insel zu Insel und sogar zwischen Brennereien derselben Insel oft stärker als zwischen den drei „Stilen". Wer Rum verstehen will, kommt mit der Herkunftssprache also nicht weit. Aussagekräftiger sind die konkreten Herstellungsmerkmale — etwa ob ein Rum aus dem Pot Still oder dem Column Still stammt. Moderne Ansätze wie die Gargano-Klassifikation setzen genau dort an und ordnen Rum nach Destillationsart statt nach Kolonialgeschichte.
Siehe auch: Heavy Rum, Light Rum, Blended Rum.